Eine Kommentierung von Marina Piolino / Raphaela Cueni
Herausgegeben von Stefan Schlegel / Odile Ammann
Art. 17 Medienfreiheit
1 Die Freiheit von Presse, Radio und Fernsehen sowie anderer Formen der öffentlichen fernmeldetechnischen Verbreitung von Darbietungen und Informationen ist gewährleistet.
2 Zensur ist verboten.
3 Das Redaktionsgeheimnis ist gewährleistet.
I. Allgemeines
A. (Entstehungs-)Geschichte
1 Die Medienfreiheit entstand als Reaktion auf die Formen der Zensur von Kommunikationsinhalten (vgl. zum Zensurverbot N. 76 ff.). Diese wurden nach der Erfindung des Buchdrucks sowohl von kirchlicher als auch von staatlicher Seite ab dem 16. bis ins 19. Jahrhundert praktiziert.
2 Aufgrund des Misstrauens gegenüber den konservativen Kantonen wurde die Pressefreiheit 1848 als ein «Bundesgrundrecht der ersten Stunde»
3 Der Verfassungsentwurf von 1996 führte die «Freiheit von Presse, Radio und Fernsehen» noch als Teilaspekt einer Meinungs-, Informations- und Medienfreiheit auf (Art. 14 VE 1996).
4 Art. 17 BV steht in engem Verhältnis zu Art. 93 BV, der 1984 als verfassungsrechtliche Grundlage für das bereits seit den 1920er-Jahren bestehende Konzessionsregime im Radio- und Fernsehbereich in die Bundesverfassung aufgenommen wurde.
B. Völkerrechtliche Garantien und rechtsvergleichende Hinweise
5 Für das Verständnis und die Auslegung der Medienfreiheit gemäss Art. 17 BV sind auch völkerrechtliche Garantien verbindlich und deshalb zu beachten. So schützen unter anderem Art. 10 EMRK und Art. 19 f. UNO-Pakt II Äusserungen in den Medien bzw. die Medientätigkeit.
6 In der schweizerischen Rechtsprechung zur Medienfreiheit hat insbesondere Art. 10 EMRK einen hohen Stellenwert.
7 Ein rechtsvergleichender Blick lässt erkennen, dass spezifische Grundrechte der Medienfreiheit oder der Pressefreiheit auch in anderen Verfassungen statuiert sind: Hinzuweisen ist etwa auf die in Art. 5 Abs. 1 Satz 2 GG (Deutschland) gewährleistete Presse- und Rundfunkfreiheit sowie auf das in Art. 5 Abs. 3 GG statuierte Zensurverbot.
C. Bedeutung und Funktion der Medienfreiheit
8 Die Medienfreiheit vermittelt Äusserungen durch bzw. mittels (Massen-)Medien
II. Medienfreiheit (Abs. 1)
A. Sachlicher Schutzbereich
1. Begriff der Medien im Kontext der Medienfreiheit
9 Für die Definition der Medien orientiert sich der EGMR in seiner Rechtsprechung zu Art. 10 EMRK an deren Funktion als public watchdogs (vgl. zur Bedeutung und Funktion der Medienfreiheit N. 8). Im Rahmen dieses funktionalen Ansatzes lässt er insbesondere jenen Beiträgen einen verstärkten Schutz zukommen, die an die Öffentlichkeit gerichtet sind und Themen des öffentlichen Interesses behandeln.
10 Das Bundesgericht versteht unter dem Begriff der Medien im Sinne von Art. 17 BV öffentliche, technisch verbreitete Meinungsäusserungen ideellen Inhalts.
11 Fraglich ist, inwieweit der Schutz durch Art. 17 BV die Beachtung berufsethischer journalistischer Sorgfaltspflichten voraussetzt. Im Kontext der Akkreditierung von Medienschaffenden hat das Bundesgericht die gesetzliche Eingrenzung des Medienbegriffs auf journalistische Medien für verfassungskonform erklärt und hierbei auf die Anwendung der vom Schweizer Presserat – dem Selbstregulierungsorgan für medienethische Fragen – verabschiedeten berufsethischen Sorgfaltspflichten verwiesen.
12 Schliesslich vertreten gewisse Autorinnen und Autoren die Ansicht, dass nur journalistische Tätigkeiten von einer gewissen Kontinuierlichkeit von der Medienfreiheit geschützt sein sollen. Begründet wird dies damit, dass Medien zur wirksamen Wahrnehmung ihrer besonderen Funktionen einer auf Dauer ausgelegten und die entsprechenden Ressourcen erfordernden minimalen Organisationsstruktur bedürfen.
13 Zusammenfassend ist festzustellen, dass auch im schweizerischen Verfassungsrecht ein der Rechtsprechung des EGMR nahekommendes funktionales Verständnis der Medien im Rahmen der Kommunikationsfreiheiten herrscht. Ein verstärkter Schutz, sei es im Rahmen der Medienfreiheit oder der Meinungs- und Informationsfreiheit, ist jener öffentlichen Kommunikation über meinungsbildende Inhalte zu gewähren, die eine demokratiewesentliche Meinungsbildungs- und Kontrollfunktion erfüllt. Dies ist speziell der Fall bei journalistisch aufbereiteten Beiträgen, die im Rahmen einer gewissen Organisationsstruktur verbreitet werden.
2. Geschützte Ansprüche und Teilgehalte
a. Schutz von Medieninhalten und Schutz institutioneller Aspekte
14 Die Medienfreiheit beinhaltet sowohl eine inhaltliche als auch eine institutionelle bzw. organisatorische Seite. Die inhaltliche Seite ist auf den intensiveren Schutz von Medieninhalten ausgerichtet (vgl. zum Medienbegriff N. 9 ff., vgl. zu den Auswirkungen des besonderen Schutzes im Rahmen der Verhältnismässigkeitsprüfung N. 45 ff.).
15 Die institutionelle bzw. organisatorische Seite schützt die Medien als Institutionen bzw. Organisationen und in diesem Sinne die organisatorischen Rahmenbedingungen, die mit der Publikation von Medieninhalten untrennbar verbunden und für die effektive Wahrnehmung der demokratiewesentlichen Funktionen der Medien notwendig sind (vgl. zur Bedeutung und Funktion der Medienfreiheit N. 8).
b. Einzelne Ansprüche und Teilgehalte (subjektiv-rechtliche Dimension)
16 In ihrer subjektiv-rechtlichen Dimension schützt die Medienfreiheit konkrete Rechtspositionen der betroffenen Grundrechtsträger und vermittelt ihnen justiziable Ansprüche. Im Vordergrund steht dabei der Schutz von Medienschaffenden vor Eingriffen in die Medienfreiheit beispielsweise durch das Verbot einer anstehenden Publikation im Rahmen einer vorsorglichen Massnahme gem. Art. 261 ff. ZPO oder die strafrechtliche Sanktion für eine die Ehre oder die Privatsphäre einer Person verletzende Äusserung.
17 Von besonderer praktischer Relevanz ist auch das spezifisch in Art. 17 Abs. 3 BV garantierte Redaktionsgeheimnis, welches Medienschaffenden insbesondere einen Schutz vor Offenlegung ihrer Informationsquellen garantiert (vgl. dazu ausführlich unten N. 88 ff.).
18 Die Medienfreiheit schützt Medienschaffende weiter in ihrer Recherchetätigkeit. In diesem Zusammenhang vermittelt die Medienfreiheit betroffenen Medienschaffenden auch einen Anspruch auf ausreichenden Schutz durch die zuständigen Behörden vor allfälligen (drohenden) Gewalttaten durch Dritte.
19 Gestützt auf Art. 17 BV haben Medienschaffende zudem ein Recht auf Verbreitung von Informationen. Geschützt sind damit alle Tätigkeiten des Transports, des Verkaufs und der Verteilung von Medieninhalten bzw. -erzeugnissen.
20 Eine Pflicht der vorgängigen Meldung, Bewilligung oder Konzessionierung von Medienerzeugnissen ist nur unter sehr restriktiven Voraussetzungen zulässig.
21 Die Medienfreiheit gewährleistet Medienschaffenden auch das Recht, Informationen von Dritten grundsätzlich
22 Traditionell wurde die Medienfreiheit primär als Abwehrgrundrecht verstanden, welches grundsätzliche keine Leistungsansprüche und insbesondere kein Recht auf Massnahmen der Medienförderung vermittelt.
23 So vermittelt die Medienfreiheit ein Recht auf Zugang zu staatlichen Quellen, welches nach geltender bundesgerichtlicher Rechtsprechung (wohl) über die im Rahmen der Informationsfreiheit gemäss Art. 16 BV garantierten Zugangsrechte hinausgeht.
24 Auch für die Gerichtsberichterstattung über strafrechtliche Hauptverhandlungen verfügen Medienschaffende gestützt auf Art. 70 Abs. 3 StPO über weitergehende Zugangsrechte, als sich diese für die Allgemeinheit aus Art. 30 Abs. 3 BV und Art. 69 ff. StPO ergeben (vgl. auch unten N. 26, 56, 67 ff.).
25 Die Medienfreiheit entfaltet keine direkte Horizontal- bzw. Drittwirkung zwischen Privaten. Damit können sich Medienschaffende gegenüber Einflussnahmen etwa von Seiten des Verlags nicht direkt auf die Medienfreiheit berufen (sog. «innere oder innerbetriebliche Medienfreiheit»). Vielmehr sind Spannungsverhältnisse zwischen der Medienfreiheit von Redaktionsangestellten einerseits und der Medienfreiheit sowie der wirtschaftlichen Gestaltungsfreiheit des Verlags als Arbeitgeber andererseits nicht direkt unter dem Titel des Verfassungsrechts, sondern unter jenem des (verfassungskonform auszulegenden) Arbeitsrechts aufzulösen.
c. Objektiv-rechtliche Dimension der Medienfreiheit
26 In ihrer objektiv-rechtlichen Dimension verpflichtet die Medienfreiheit den Staat, die erforderlichen Massnahmen für ihre Verwirklichung zu treffen.
27 Andererseits wendet sich die Medienfreiheit auch an die Rechtsanwendung und verlangt, dass die rechtsanwendenden Behörden gesetzliche Bestimmungen grundrechtskonform auslegen.
28 Ein typisches Beispiel für die objektiv-rechtliche Dimension der Medienfreiheit ist sodann das Vielfaltsgebot. Obwohl dieses aufgrund der historischen Gegebenheiten v.a. für den Rundfunkbereich Bedeutung erlangt hat (vgl. hierzu bereits N. 4), beansprucht es Geltung für den gesamten Medienbereich. Denn Medien müssen zur Gewährleistung ihrer Meinungsbildungs- und Kontrollfunktion möglichst vielfältige Themen und Meinungen in die Öffentlichkeit tragen können. Daher hat der Staat eine Medienordnung zu garantieren, die eine die Meinungsvielfalt widerspiegelnde Medienvielfalt anstrebt.
29 Für den Bereich von Radio und Fernsehen ist die Vielfaltssicherung nebst weiteren Vorgaben explizit im Grundversorgungs- bzw. Service public-Auftrag gemäss Art. 93 Abs. 2 BV festgeschrieben (vgl. zum Begriff der Grundversorgung bzw. des Service public N. 74).
30 Im Unterschied zum Rundfunkbereich zeichnete sich der Bereich der Presse lange Zeit durch einen Wettbewerb verschiedener Anbieter mit individuellem Angebot aus. Das Recht jedes Verlags, die inhaltliche Tendenz seines Angebots festzulegen – die sog. Tendenzfreiheit – bildet als presserechtliches Gegenstück des rundfunkrechtlichen Vielfaltsgebots einen wichtigen Bestandteil der Pressefreiheit und sichert den Aussenpluralismus im Pressebereich.
31 Durch die Digitalisierung unterliegt die gesamte Medienlandschaft einem Strukturwandel. Aufgrund der hohen Reichweite von sog. Informationsintermediären wie sozialen Medien und Suchmaschinen wandern die Werbeeinnahmen zunehmend zu Akteuren wie insbesondere Google und Meta (bis 2021: Facebook).
B. Persönlicher Schutzbereich
32 Auf die Medienfreiheit berufen können sich alle natürlichen und juristischen Personen, die an der Recherche, Herstellung und Verbreitung von Medieninhalten beteiligt sind, unabhängig von ihrer Nationalität. Somit sind sowohl Medienschaffende als auch Medienunternehmen von der Medienfreiheit geschützt. Ebenfalls erfasst sind Hilfspersonen von Medienschaffenden wie z.B. Kameraleute.
33 Der Grundrechtsschutz juristischer Personen im Rahmen der Erfüllung einer öffentlichen Aufgabe wird von der h.L. dann bejaht, wenn die juristische Person in einer bestimmten Funktion unmittelbar und spezifisch der Verwirklichung von Grundrechten dient.
34 Inwieweit auch Mediennutzende bzw. das Publikum von der Medienfreiheit geschützt sind, ist in der Lehre nicht gänzlich geklärt.
35 Vom Schutzbereich der Medienfreiheit dürften auch Äusserungen erfasst sein, welche (teil-)automatisiert generiert wurden; zu denken ist insbesondere an Äusserungen durch «Journalismusbots».
C. Einschränkungen
36 Eingriffe in die Medienfreiheit erfolgen einerseits über direkte rechtliche Einschränkungen wie beispielsweise präventive Verbote,
37 Als weitere Eingriffsart sind indirekte Einschränkungen der publizistischen Tätigkeit zu nennen (auch mittelbare Eingriffe genannt). Anders als unmittelbare Einflussnahmen knüpfen mittelbare Einflussnahmen nicht an bestimmte Medieninhalte an, womit sie die Auswahl und Gestaltung von Medieninhalten lediglich indirekt und weniger berechenbar beeinflussen. Ob eine staatliche Einflussnahme als direkt oder indirekt zu betrachten ist, hängt von der Steuerbarkeit des Einflusses auf die Gestaltung der Medieninhalte ab.
38 Neben diesen rechtlichen Einschränkungen sind auch faktische Einschränkungen zu beachten. Zu nennen ist beispielsweise das physische Fernhalten von Medienschaffenden vom Ort einer Kundgebung durch die Verhinderung ihrer Weiterreise
39 Von nicht unerheblicher Bedeutung sind indirekte Einschränkungen in die Medienfreiheit durch einen sog. Chilling Effect: Insbesondere der EGMR unterstreicht in seiner Rechtsprechung, dass scharfe Sanktionen gegen Medienschaffende oder ein unzureichender Quellenschutz dazu führen können, dass Medienschaffende aus Angst vor Sanktionen generell zu gewissen Themen oder in ausgewählten Bereichen von zulässiger und erwünschter Berichterstattung absehen.
40 Einschränkungen in die Medienfreiheit in der geschilderten Art sind grundsätzlich an den Anforderungen von Art. 36 BV zu messen (sogleich N. 42 ff.). Da Einschränkungen – seien sie rechtlicher, faktischer oder indirekter Art – unterschiedliche Aspekte der Medientätigkeit und -organisation betreffen, können sich dabei besondere Fragen stellen. Entsprechend haben sich in der Rechtsprechung spezifische Fallgruppen herausgebildet. Daher wird im Anschluss an die allgemeinen Erläuterungen auf diese unterschiedlichen relevanten Fallgruppen eingegangen (N. 52 ff.).
1. Beurteilung nach Art. 36 BV
41 Einschränkungen in die Medienfreiheit sind grundsätzlich an den Voraussetzungen von Art. 36 BV zu messen. Die Anforderungen an eine Rechtfertigung sind umso höher, je schwerwiegender der Eingriff ist, und mit zunehmender Schwere der Einschränkung ist diese gerichtlich auch umso präziser zu überprüfen.
a. Gesetzliche Grundlage (Art. 36 Abs. 1 BV)
42 Einschränkungen der Medienfreiheit bedürfen gemäss Art. 36 Abs. 1 BV einer gesetzlichen Grundlage, wobei die Anforderungen an die Normstufe und Normdichte umso höher sind, je schwerwiegender die Einschränkung einzustufen ist. Einschränkungen erfolgen dabei gestützt auf unterschiedliche Normen des Bundesrechts (vgl. ausführlicher unten N. 53 ff.) oder des kantonalen Rechts.
43 Ausnahmsweise – beim Vorliegen einer ernsten, unmittelbaren und nicht anders abwendbaren Gefahr für hochrangige Rechtsgüter
b. Öffentliches Interesse (Art. 36 Abs. 2 BV)
44 Einschränkungen der Medienfreiheit verfolgen unterschiedliche öffentliche Interessen; vom Schutz der öffentlichen Sicherheit
c. Verhältnismässigkeit (Art. 36 Abs. 3 BV)
45 Einschränkungen der Medienfreiheit müssen verhältnismässig sein (Art. 36 Abs. 3 BV). Als verhältnismässig gilt eine Einschränkung, wenn sie geeignet und erforderlich ist, um das mit der einschränkenden Massnahme anvisierte staatliche Ziel zu erreichen, und die Massnahme für den bzw. die Grundrechtsbetroffenen zumutbar ist.
46 Bei der Prüfung der Verhältnismässigkeit von Einschränkungen der Medienfreiheit weist der EGMR regelmässig darauf hin, dass die Ausübung der Pressefreiheit auch mit Pflichten und Verantwortung
47 Eine Freiheitsstrafe für Journalistinnen und Journalisten aufgrund ihrer journalistischen Tätigkeit ist gemäss Rechtsprechung des EGMR aus Überlegungen der Verhältnismässigkeit nur in aussergewöhnlichen Fällen zulässig, etwa wenn durch die Arbeit der betreffenden Medienschaffenden andere Grundrechte schwerwiegend beeinträchtigt werden.
48 Bezüglich Kritik der Medien an der Justiz hält der EGMR fest, dass ein besonderes öffentliches Interesse am Zugang zu Informationen der Gerichtsberichterstattung besteht.
49 Mediale Kritik gegenüber Politikerinnen und Politikern sowie anderen öffentlichen Personen
50 Im Rahmen der journalistischen Berichterstattung ist Medienschaffenden grundsätzlich auch die Verwendung von übertreibenden und polemischen Äusserungen gestattet.
51 Die durch die Medienfreiheit geschützte Bildberichterstattung ist im Einzelfall regelmässig gegen die Persönlichkeitsrechte der betroffenen Personen abzuwägen. Kriterien, welche in die Abwägung der Verhältnismässigkeit einer Einschränkung einfliessen, sind u.a. die Bekanntheit bzw. die Natur der abgebildeten Person, der Beitrag der Publikation zu einer Debatte von gesellschaftlichem Interesse, der Gegenstand der Berichterstattung, das vorgängige Verhalten der Person, Inhalt, Form und Konsequenzen der Veröffentlichung sowie die Begleitumstände der Bildherstellung.
2. Inhaltliche Einschränkungen der Medienfreiheit
52 Einschränkungen der Medienfreiheit treffen regelmässig Inhalte von geplanten oder getätigten Äusserungen bzw. diese Einschränkungen erfolgen anknüpfend an den Inhalt einer Medienäusserung.
53 Im materiellen Recht praktisch von grosser Bedeutung ist die Rechtsprechung zu ehrverletzenden Medienäusserungen, deren Einschränkung gestützt auf Art. 28 ff. ZGB
54 Weitere im Rahmen der Medienfreiheit relevante strafrechtliche Bestimmungen sind etwa die Bestimmungen zum Schutz der Privatsphäre (insb. Art. 179bis ff. StGB, Art. 321ter StGB)
55 Daneben ergeben sich direkte und indirekte inhaltliche Einschränkungen aus einer Vielzahl weiterer Bestimmungen. Im Sinne einer beispielhaften Aufzählung zu erwähnen sind wettbewerbsrechtliche Einschränkungen von Medienäusserungen, welche insbesondere zum Schutz des wirtschaftlichen Ansehens einer Person gestützt auf Art. 3 Abs. 1 lit. a UWG erfolgen.
56 Ebenfalls zu beachten sind Einschränkungen, welche sich aus den einschlägigen Normen des Zivil- und des Strafprozessrechts ergeben. So erlauben die Art. 261 ff. ZPO Verbote von geplanten Äusserungen
57 Während eine Vielzahl dieser Bestimmungen nachträgliche Einschränkungen der Medienfreiheit (in Form etwa einer Strafe oder der Verpflichtung zur Leistung von Schadenersatz oder Genugtuung) erlauben, sind insbesondere gestützt auf Art. 261 ff. ZPO auch präventive Einschränkungen wie beispielsweise ein Verbot einer geplanten Medienäusserung möglich.
58 Bei der Anwendung der erwähnten Normen sind die zuständigen Behörden und Gerichte dazu angehalten, den Gehalten der Medienfreiheit in den jeweiligen Verfahren durch eine verfassungskonforme Auslegung der einschränkenden Bestimmungen Rechnung zu tragen (vgl. dazu auch oben N. 27).
59 Die Pflicht der grundrechtskonformen Auslegung und Anwendung der einschränkenden Gesetzesbestimmungen gilt auch für den Sonderfall der Wiedergabe von strafrechtlich relevanten Äusserungen als Teil der journalistischen Berichterstattung, wenn beispielsweise zwecks einer Dokumentation rassendiskriminierende Äusserungen wiedergegeben werden:
60 Für Äusserungen in Radio und Fernsehen sind zudem die inhaltlichen Anforderungen an die Programmgestaltung gemäss Art. 4 ff. RTVG zu beachten. Die Mindestanforderungen an den Programminhalt – etwa die Pflicht zur Beachtung der Grundrechte (Art. 4 Abs. 1 RTVG), das Sachgerechtigkeitsgebot (Art. 4 Abs. 2 RTVG)
61 Als zulässig gilt gemäss ständiger Lehre und Rechtsprechung das Verbot politischer und religiöser Werbung in Radio und Fernsehen gemäss Art. 10 Abs. 1 lit. d und e RTVG. Die (heute enger gefasste) Beschränkung dieser Art von ideeller Werbung
62 Allgemein gilt für inhaltliche Einschränkungen der Medienfreiheit, dass sie – sofern der Eingriff Informationen von gesellschaftlichem Interesse betrifft und damit als eher schwerwiegend einzustufen ist – besonders präzise zu überprüfen sind.
3. Verbreitungspflichten als Sonderfall inhaltlicher Einschränkungen
63 Die Pflicht von Medien, bestimmte Inhalte zu verbreiten, stellt einen grundsätzlich schweren Eingriff in die Medienfreiheit dar und muss daher auf einer genügend bestimmten formell-gesetzlichen Grundlage beruhen, von gewichtigem öffentlichen Interesse sein und einer strengen Verhältnismässigkeitsprüfung standhalten.
64 Verlautbarungen des Staates sind mit Blick auf das Staatsunabhängigkeitsgebot klar als solche zu kennzeichnen und unter der ausschliesslichen Verantwortung der beauftragenden Behörde zu verbreiten, damit die Medien nicht als Sprachrohr der Behörden benutzt werden (vgl. auch N. 87).
65 Als Verlautbarungsrechte von Dritten sind das zivilrechtliche Gegendarstellungsrecht bei Persönlichkeitsverletzungen gemäss Art. 28g ff. ZGB (vgl. bereits N. 21) und für den Rundfunkbereich zudem das sog. «Recht auf Antenne» zu nennen. Dabei ist zu beachten, dass gemäss der bereits von Art. 93 Abs. 3 BV garantierten Programmautonomie namentlich niemand von einem Programmveranstalter die Verbreitung bestimmter Darbietungen und Informationen verlangen kann (Art. 6 Abs. 3 RTVG). Damit haben Dritte keinen selbständigen «Anspruch auf Antenne». Ein solches Recht besteht allerdings ausnahmsweise akzessorisch, wenn die Zugangsverweigerung rechtswidrig ist. Im Zentrum steht dabei die rechtsungleiche bzw. diskriminierende Behandlung eines Dritten in seiner Meinungsäusserung. Eine solche liegt vor, wenn gewissen Dritten wie z.B. Parteien der Zugang zum Programm gewährt, vergleichbaren Dritten ein solcher jedoch ohne sachlichen Grund verwehrt wird.
66 Bis anhin wurde eine rechtswidrige Zugangsverweigerung in der Praxis lediglich für den speziellen Fall des Werbebereichs der SRG in Bezug auf ideelle Werbung bejaht. Gemäss Bundesgericht durfte die SRG die Verweigerung des Zugangs zum Werbebereich nicht einzig damit begründen, dass die Befürchtung besteht, die (ideelle) Werbung könne den Ruf der SRG allenfalls beschädigen. So kann sich die SRG im Werbebereich nicht in gleicher Weise wie im redaktionellen Programm auf ihre Programmautonomie berufen, sondern hat mit Blick auf ihre Grundrechtsgebundenheit als privilegierte Konzessionärin des Bundes der Meinungsäusserungsfreiheit Dritter Rechnung zu tragen. Daher ist die SRG gemäss Bundesgericht im Werbebereich nicht nur an das Rechtsgleichheitsgebot bzw. das Diskriminierungsverbot gebunden, sondern muss auch dem ideellen Gehalt der Freiheitsrechte Rechnung tragen und entsprechende Grundrechtseingriffe gemäss Art. 36 BV rechtfertigen können. Da sich die SRG nicht auf eine gesetzliche Grundlage stützen konnte und kein überwiegendes öffentliches Interesse vorbrachte, wurde die Zugangsverweigerung als rechtswidrig qualifiziert.
4. Einschränkungen in der Recherchetätigkeit und Darstellungsform
67 Neben inhaltlichen Eingriffen in die Medienfreiheit sind Einschränkungen in der Recherchetätigkeit oder der Darstellungsform ebenfalls zu beachten. Ein Beispiel einer derartigen Einschränkung der gewählten Form der Darstellung ist etwa das in Art. 70 Abs. 1 StPO statuierte Verbot von Bild- und Tonaufnahmen für die Gerichtsberichterstattung bei Strafprozessen.
68 Wird Medienschaffenden zum Schutz der öffentlichen Sicherheit und Ordnung der Zugang zu einer Strafanstalt verwehrt, stellt dies ebenfalls eine Einschränkung der Medienfreiheit dar.
69 Sofern diese Einschränkungen in der Recherchetätigkeit und Darstellungsform inhaltlich neutral ausgestaltet sind, ihre Anwendung rechtsgleich erfolgt und keine substantiellen (einseitigen) Auswirkungen auf die Berichterstattung zu Themen von gesellschaftlichem Interesse zu erwarten sind, sind sie – im Vergleich zu inhaltlichen Einschränkungen – grundsätzlich weniger problematisch, weshalb die Anforderungen an ihre Rechtfertigung und die gerichtliche Überprüfungsdichte praktisch weniger streng sind.
5. Einschränkungen in der Verteilung und Verbreitung von Medienerzeugnissen
70 Einschränkungen der Medienfreiheit können weiter die Verteilung und die Verbreitung von Medienerzeugnissen tangieren. In der Lehre wird etwa darauf hingewiesen, dass es unzulässig wäre, wenn der Staat über eine (allfällige) Monopolstellung im Postbereich den Vertrieb bestimmter Medienerzeugnisse benachteiligen würde.
6. Einschränkungen durch strukturelle und organisatorische Massnahmen
71 Eingriffe durch strukturelle bzw. organisatorische Massnahmen weisen für gewöhnlich keine direkte, sondern eine indirekte Auswirkung auf das Medienschaffen auf (vgl. zum Begriff oben N. 37). Zu nennen sind insbesondere Einschränkungen des Marktzugangs von Medien in der Form von Bewilligungs- oder Konzessionspflichten für das Medienschaffen sowie Massnahmen der Grundversorgung mit Medienangeboten (Service public) und Formen staatlicher Medienförderung.
a. Einschränkungen des Marktzugangs in der Form von Bewilligungs- oder Konzessionspflichten
72 Für den Bereich von Radio und Fernsehen sieht die sog. Rundfunkklausel in Art. 10 Ziff. 1 Satz 3 EMRK vor, dass Art. 10 EMRK die Staaten nicht daran hindert, für Radio- und Fernsehunternehmen eine Genehmigung vorzuschreiben. Ursprünglich sollte den Staaten dadurch die Berücksichtigung technischer Aspekte ermöglicht werden, damit die Nutzung knapper Frequenzen einer Genehmigungspflicht unterstellt werden konnte. Nach dem Wegfall der Frequenzknappheit wurde auch die inhaltlich orientierte Vielfaltssicherung als legitimes Eingriffsziel qualifiziert und das öffentliche Interesse, mittels einer Genehmigungspflicht für die Qualität und Ausgewogenheit der Rundfunkprogramme zu sorgen, anerkannt. Damit wird durch die Rundfunkklausel der Kreis legitimer Eingriffszwecke über die in Art. 10 Ziff. 2 EMRK aufgezählten Ziele hinaus erweitert.
73 Für die Schweiz hielt der EGMR fest, dass diese mittels einer Konzessionspflicht von allen Radio- und Fernsehveranstaltern einen Beitrag zur Erfüllung des Grundversorgungs- bzw. Service public-Auftrags gemäss Art. 93 Abs. 2 BV verlangen und hierfür eine allgemeine und vielfältige Information des Publikums vorschreiben durfte.
b. Grundversorgung mit Medienangeboten (Service public) und Formen staatlicher Medienförderung
74 Als weitere strukturelle bzw. organisatorische Massnahme zu nennen ist die gesetzlich umschriebene Grundversorgung mit Medienangeboten, die für die gesamte Bevölkerung und für alle Regionen des Landes nach gleichen Prinzipien zur Verfügung stehen soll (Service public).
75 Als Spezialform staatlicher Medienförderung kann auch die staatliche Vergabe von Werbe- bzw. Inserateaufträgen betrachtet werden. Wie Österreichs Inserateaffäre im Jahr 2021 gezeigt hat, verfügt der Staat auf diese Weise über erhebliches Beeinflussungspotenzial.
III. Zensurverbot (Abs. 2 BV)
A. Begriff der Zensur
76 Gemäss Art. 17 Abs. 2 BV ist Zensur verboten. Das Zensurverbot stellt den Kerngehalt der Medienfreiheit dar.
77 Von der systematischen Vorzensur abzugrenzen sind inhaltliche Vorkontrollen im Einzelfall. Solche Präventiveingriffe berühren zwar gemäss Rechtsprechung und herrschender Lehre nicht den Kerngehalt der Kommunikationsgrundrechte, doch stellen sie gemäss hier vertretener Auffassung stets schwere Grundrechtseingriffe dar. Solche Beschränkungen müssen daher in einem formellen Gesetz vorgesehen sein und sind nur in Ausnahmefällen zum Schutz vor einer konkret nachweisbaren, unmittelbar bevorstehenden Gefahr für grundlegende Rechtsgüter wie dem menschlichen Leben oder der Aufrechterhaltung der militärischen Sicherheit zulässig.
78 Vor dem Hintergrund der Digitalisierung möchte ein Teil der Lehre auch die systematische, kurz nach Publikation erfolgende Nachzensur als absolut verbotene Zensur verstanden wissen.
79 Eine weitere, mit der Digitalisierung entstandene Problematik ist die systematische und inhaltsbezogene Kontrolle von Inhalten durch private Anbieter von Kommunikationsdiensten, entweder aus eigenem Antrieb oder motiviert durch staatliche Massnahmen. Da Kommunikationsdienste wie Facebook, Instagram, Tiktok oder YouTube hohe Nutzungszahlen aufweisen und nur von wenigen Anbietern kontrolliert werden (Meinungsmacht), können sich solche Überwachungen insbesondere dann, wenn der Staat Anlass zu systematischen Kontrollen gibt, ähnlich auswirken wie traditionelle Zensur. Dies gilt unabhängig davon, ob der Staat die Plattformbetreiber direkt zur Kontrolle verpflichtet oder ob diese indirekt – z.B. durch strenge Haftungsregeln in Bezug auf widerrechtliche Inhalte – vom Staat dazu veranlasst werden. Zudem werden solche Diensteanbieter zur Vermeidung staatlicher Sanktionen im Zweifel Inhalte eher einschränken, woraus eine Art «Kollateralzensur» resultieren kann. Solche Auswirkungen muss der Staat bei der Regulierung von Kommunikationsdiensten berücksichtigen, um dem Zensurverbot nicht zuwiderzulaufen.
80 Anders als die Bundesverfassung kennt Art. 10 EMRK kein ausdrückliches Zensurverbot.
B. Kritische Beispiele
81 Im Folgenden sind Beispiele präventiver Inhaltskontrolle zu nennen, die mit Blick auf das Zensurverbot kritisch zu betrachten sind. Zum einen ist dies die vorgängige behördliche Filmkontrolle aus Gründen des Jugendschutzes.
82 Zum anderen ist die systematische Vorkontrolle des Briefverkehrs von Strafgefangenen sowie Untersuchungshäftlingen kritisch zu betrachten. Diese wird zwar von der Lehre und Rechtsprechung unter Verweis auf die differenzierte Geltung des Zensurverbots für den Briefverkehr als Individualkommunikation nicht ohne Weiteres als absolut verboten qualifiziert.
C. Staatsnotstand
83 Die Kerngehalte der Grundrechte gelten gemäss Schweizer Verfassungsrecht auch in gewissen Situationen des Staatsnotstands, wie z.B. beim Erlass von dringlich erklärten Bundesgesetzen ohne eigene Verfassungsgrundlage nach Art. 165 Abs. 3 BV.
D. Staatsunabhängigkeitsgebot
84 Systematische Vorzensur kann nicht nur durch staatliche Verfahren der Vorkontrolle konkreter Medieninhalte realisiert werden, sondern auch durch die Beherrschung der Medientätigkeit mittels staatlicher Organisationsmassnahmen. Diese Gefahr besteht insbesondere im Bereich der Grundversorgung bzw. des Service public, in welchem der Staat Leistungsaufträge erteilt, deren Erfüllung beaufsichtigt und finanziert, sowie im Bereich der staatlichen Medienförderung (vgl. bereits N. 74 und sogleich N. 86). Anders als staatliche Verfahren der Vorzensur ermöglichen staatliche Organisationsmassnahmen nicht primär eine direkte bzw. punktgenaue, sondern eine indirekte und damit lediglich grobe bzw. richtunggebende Inhaltskontrolle.
85 Die Mindestanforderungen des Staatsunabhängigkeitsgebots sind darauf ausgerichtet, dass der Staat die Medientätigkeit nicht selber wahrnehmen darf (vgl. hingegen zur Zulässigkeit staatlicher Öffentlichkeitsarbeit N. 87).
86 Gefahren von Verletzungen des Staatsunabhängigkeitsgebots bestehen insbesondere dort, wo der Staat die Grundversorgung bzw. den Service public organisiert. Ähnliche Gefahren bestehen im Kontext staatlicher Förderinstrumente im Medienbereich (vgl. hierzu bereits N. 74).
87 Schliesslich besteht ein Risiko staatlicher Medientätigkeit im Bereich der Staatskommunikation bzw. der staatlichen Öffentlichkeitsarbeit. Damit keine solche Tätigkeit vorliegt, muss sich die vom Staat wahrzunehmende Staatskommunikation inhaltlich strikt von der dem Staat verbotenen Medientätigkeit unterscheiden: Während die Medientätigkeit eine grundrechtlich geschützte und damit thematisch unbegrenzte Informationsvermittlung darstellt, darf der Staat im Rahmen seiner Informationspflicht nur kompetenzgemässe und damit thematisch begrenzte Informationen aus dem eigenen Zuständigkeitsbereich verbreiten.
IV. Redaktionsgeheimnis (Abs. 3)
A. Bedeutung und Entstehung
88 Art. 17 Abs. 3 BV gewährleistet das Redaktionsgeheimnis als Teil der Medienfreiheit.
89 Trotz der heute anerkannten Bedeutung des Redaktionsgeheimnisses hat das Bundesgericht einen Quellenschutz als Teil der Informationsfreiheit über Jahre verneint.
B. Sachlicher Schutzbereich
90 Wie eingangs erwähnt schützt das Redaktionsgeheimnis redaktionsinterne Abläufe und Informationen und bietet Medienschaffenden insbesondere einen Schutz vor Offenlegung ihrer Informationsquellen.
91 Im Vordergrund des Redaktionsgeheimnisses steht der journalistische Quellenschutz. Art. 17 Abs. 3 BV verankert damit ein Recht von Medienschaffenden, in einem Verfahren das Zeugnis und die Offenlegung von journalistischen Quellen zu verweigern (sog. Zeugnisverweigerungs- und Editionsverweigerungsrecht).
92 In sachlicher bzw. räumlicher Hinsicht schützt Art. 17 Abs. 3 BV alle Informationen mit Bezug zur redaktionellen Tätigkeit und ist dabei weder auf Informationen «in der Redaktion» noch auf journalistische Quellen i.S.v. Informationen Dritter beschränkt.
93 Für strafrechtliche Verfahren konkretisieren die Art. 28a StGB und Art. 172 StPO das Redaktionsgeheimnis und fassen dabei den Schutzbereich enger, als dies Art. 17 Abs. 3 BV vorgibt: Der Schutz beschränkt sich im Strafverfahren auf die berufliche Veröffentlichung von Informationen im redaktionellen Teil eines periodisch erscheinenden Mediums.
C. Persönlicher Schutzbereich
94 In persönlicher Hinsicht schützt das Redaktionsgeheimnis alle redaktionell medienschaffenden natürlichen und juristischen Personen (vgl. zum persönlichen Schutzbereich der Medienfreiheit N. 32 ff.).
D. Einschränkungen des Redaktionsgeheimnisses
95 Dem Redaktionsgeheimnis kommt keine absolute Geltung zu; Einschränkungen sind möglich, sofern sie gestützt auf eine gesetzliche Grundlage erfolgen, ein zulässiges Eingriffsinteresse besteht und der Eingriff als verhältnismässig zu betrachten ist (Art. 36 BV). Aufgrund der Bedeutung des Redaktionsgeheimnisses für die journalistische Tätigkeit (vgl. N. 88)
Zu den Autorinnen
Marina Piolino, Dr. iur., hat ihre Dissertation zum verfassungsrechtlichen Prinzip der Staatsunabhängigkeit der Medien geschrieben. Heute arbeitet sie im Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) als Medienjuristin.
Raphaela Cueni, Prof. Dr. iur. LL.M., hat ihre Dissertation zum grundrechtlichen Schutz von satirischen Meinungsäusserungen verfasst und beschäftigt sich in verschiedenen Projekten mit Fragestellungen im Bereich der Meinungs- und der Medienfreiheit. Sie ist Assistenzprofessorin für Verwaltungsrecht an der Universität St. Gallen.
Weitere empfohlene Lektüre
Barrelet Denis/Werly Stéphane, Droit de la communication, 2. Aufl., Bern 2011.
Camenisch Nora, Journalistische Sorgfalt. Rechtliche und medienethische Anforderungen, Zürich 2023.
Dumermuth Martin, Rundfunkregulierung — Alte und neue Herausforderungen, in: Jarren Ottfried/Donges Patrick (Hrsg.), Ordnung durch Medienpolitik?, Konstanz 2007, S. 351 ff.
Hoffmann-Riem Wolfgang, Kommunikationsfreiheiten. Kommentierungen zu Art. 5 Abs. 1 und 2 sowie Art. 8 GG, Baden-Baden 2002.
Krüsi Melanie, Das Zensurverbot nach Art. 17 Abs. 2 der Schweizerischen Bundesverfassung, Zürich 2011.
Oster Jan, Media Freedom as a Fundamental Right, Cambridge 2015.
Peduzzi Roberto, Meinungs- und Medienfreiheit in der Schweiz, Diss. Zürich, Zürich 2004.
Piolino Marina, Die Staatsunabhängigkeit der Medien, Analyse eines verfassungsrechtlichen Prinzips im Spannungsverhältnis zur Staatsverantwortung im Medienbereich und zur staatlichen Öffentlichkeitsarbeit unter Berücksichtigung des digitalen Wandels, Diss. Basel, Zürich 2021.
Schefer Markus, Kommunikationsgrundrechte, in: Diggelmann Oliver/Hertig Maya/Schindler Benjamin (Hrsg.), Verfassungsrecht der Schweiz, Zürich 2020.
Schmohl Denise, Der Schutz des Redaktionsgeheimnisses in der Schweiz. Eine strafrechtliche Betrachtung unter Berücksichtigung der europäischen und verfassungsrechtlichen Grundlagen, Zürich 2013.
Werly Stéphane, La protection du secret rédactionnel, Diss. Genf 2004, Genf/Zürich/Basel 2005.
Zeller Franz/Kiener Regina, Kommentierung zu Art. 17 BV, in: Waldmann Bernhard/Belser Eva Maria/Epiney Astrid (Hrsg.), Basler Kommentar, Bundesverfassung, 1. Aufl., Basel 2015.
Literaturverzeichnis
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Zollinger David, Die Verwendung von Bankdaten durch Medienschaffende. Muss der 2015 revidierte Art. 47 BankG korrigiert werden?, in: medialex 06/2022 (zit. Zollinger, Die Verwendung von Bankdaten durch Medienschaffende).
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Botschaft über die Änderung des Schweizerischen Strafgesetzbuches und des Militärstrafgesetzes (Medienstraf- und Verfahrensrecht) vom 17.6.1996, BBl 1996 IV 525 (zit. Botschaft Medienstrafrecht).
Botschaft zum Bundesgesetz über Radio und Fernsehen vom 28.9.1987, BBl 1987 II 689 ff. (zit. Botschaft RTVG 1987).
Botschaft über die Änderung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (Persönlichkeitsschutz: Art. 28 ZGB und 49 OR) vom 5.5.1982, BBl 1982 II 636 (zit. Botschaft Änderung ZGB (Persönlichkeitsschutz)).
Bericht des Bundesrats zur Überprüfung der Definition und der Leistungen des Service public der SRG unter Berücksichtigung der privaten elektronischen Medien, Bericht des Bundesrates vom 17.6.2016 in Erfüllung des Postulates 14.3298 der Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen des Ständerates (KVF-S) (zit. Bundesrat, Service-public-Bericht).
Eidgenössische Medienkommission, Besonderheiten von Medien im digitalen Zeitalter: Gestaltungsoptionen für eine leistungsfähige Medienlandschaft aus ökonomischer und gesellschaftlicher Perspektive, 22.1.2018 (zit. EMEK, Medien im digitalen Zeitalter) (verfügbar unter: https://perma.cc/NF2L-J5WQ).
Menschenrechtskommissar des Europarats, Media Pluralism and Human Rights, Issue Discussion Paper, CommDH (2011) 43, 6.12.2011 (zit. Menschenrechtskommissar des Europarats, Media Pluralism) (verfügbar unter: https://perma.cc/R49W-S22T).
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Fussnoten
- Vgl. etwa Müller/Schefer, Grundrechte in der Schweiz, S. 351 f.; Nobel/Weber, Medienrecht, 2. Kap., N. 106 und 113; BSK-Zeller/Kiener, Art. 17 BV N. 36; vgl. ausführlich Barrelet/Werly, Droit de la communication, Rz. 44 ff.
- CR-Cottier, Art. 17 BV N. 3.
- Art. 7 der Helvetischen Verfassung: Die Pressefreiheit ist eine natürliche Folge des Rechts, das jeder hat, Unterricht zu erhalten. (m.w.Verw. Peduzzi, Meinungs- und Medienfreiheit, Fn. 29).
- Ausführlich Barrelet/Werly, Droit de la communication, Rz. 49 f.; Peduzzi, Meinungs- und Medienfreiheit, S. 13; Riklin, Presserecht, § 2 Rz. 15.
- Biaggini, Art. 17 BV N. 1.
- Art. 45 BV 1848 bzw. Art. 55 BV 1874: Die Pressefreiheit ist gewährleistet. (Barrelet/Werly, Droit de la communication, Rz. 52; Peduzzi, Meinungs- und Medienfreiheit, S. 13).
- BSK-Zeller/Kiener, Art. 17 BV N. 1.
- Vgl. Peduzzi, Meinungs- und Medienfreiheit, S. 13; vgl. zu den Revisionsversuchen Barrelet/Werly, Droit de la communication, Rz. 56 ff.
- BSK-Zeller/Kiener, Art. 17 BV N. 2.
- Vgl. Botschaft BV, S. 157; vgl. zu Art. 10 EMRK Kapitel I.B. Ob sich Radio- und Fernsehveranstalter auf eine sog. Radio- und Fernsehfreiheit berufen können, war aufgrund der in der Schweiz bis 2006 bestehenden Monopolsituation im Rundfunkbereich lange umstritten. Entsprechend sah die bereits 1984 eingefügte Verfassungsbestimmung über Radio und Fernsehen (Art. 93 BV bzw. Art. 55bis BV 1874) keine eigentliche «Freiheit» der Programmveranstaltung vor, sondern es wurden die Formulierungen der «Autonomie» in der Programmgestaltung und der «Unabhängigkeit» von Radio und Fernsehen vorgezogen (vgl. Barrelet, Libertés, Rz. 30; CR-Cottier, Art. 17 Cst. N. 5; Peduzzi, Meinungs- und Medienfreiheit, S. 14 und 120 f.; vgl. ausführlich Piolino, Staatsunabhängigkeit, S. 29 ff.).
- M.w.Verw. BSK-Zeller/Kiener, Art. 17 BV N. 2 und 15; vgl. hierzu auch die Verweise in Fn. 52.
- BSK-Zeller/Kiener, Art. 17 BV N. 2.
- Ausführlich zur Entstehungsgeschichte Barrelet/Werly, Droit de la communication, Rz. 205 ff.; Piolino, Staatsunabhängigkeit, S. 26 ff.
- M.w.Verw. Piolino, Staatsunabhängigkeit, S. 151; vgl. ausführlich Botschaft RTVG 1987, S. 706 f. und S. 719 f.; Peduzzi, Meinungs- und Medienfreiheit, S. 122 ff.
- Ausführlich Dumermuth, Revision RTVG, S. 244 ff. und S. 255 ff.; Piolino, Staatsunabhängigkeit, S. 48 f. und S. 140 f.
- Vgl. Dumermuth, Rundfunkregulierung, S. 352; ausführlich Peduzzi, Meinungs- und Medienfreiheit, S. 119 f. und S. 334 f.; Piolino, Staatsunabhängigkeit, S. 152 ff.
- Für viele Harris/O’Boyle/Warbrick, Law of the ECHR, S. 618 ff.; Schabas, CCPR Commentary, Art. 19 CCPR Ziff. 21 ff.
- Vgl. BSK-Zeller/Kiener, Art. 17 BV N. 3 f.; Grabenwarter/Pabel, EMRK, § 23 N. 10.
- BSK-Zeller/Kiener, Art. 17 BV N. 3.
- Etwa EGMR Mediengruppe Österreich GmbH gegen Österreich, Nr. 37713/18, 26.4.2022, N. 47; EGMR (Grosse Kammer), Magyar Helsinki Bizottság gegen Ungarn, Nr. 18030/11, 8.11.2016, N. 165 ff. (NGO mit medienähnlicher Funktion); EGMR Cumhuriyet Vakfı u.a. gegen die Türkei, Nr. 28255/07, 8.10.2013, N. 61 (vorgängige Einschränkung gegenüber Medien); EGMR (Grosse Kammer), Bladet Tromsø und Stensaas gegen Norwegen, Nr. 21980/93, 20.5.1999, N. 59 ff.; EGMR (Grosse Kammer), Goodwin gegen das Vereinigte Königreich, Nr. 17488/90, 20.3.1996, N. 39 f.; vgl. Harris/O’Boyle/Warbrick, Law of the ECHR, S. 618 f.
- Etwa EGMR Özgür Gündem gegen die Türkei, Nr. 23144/93, 16.3.2000, N. 43 ff.; vgl. zu positiven Verpflichtungen im Rahmen von Art. 10 EMRK Harris/O’Boyle/Warbrick, Law of the ECHR, S. 596 ff.
- Vgl. Müller/Schefer/Zeller, Medienfreiheit, S. 441.
- Vgl. etwa Schulze-Fielitz, GG-Kommentar, Art. 5 GG N. 86 ff.; Hoffmann-Riem, Kommunikationsfreiheiten, S. 166 ff.
- «Congress shall make no law […] abridging the freedom of speech, or of the press […].». Hinzuweisen ist i.S. eines Beispiels etwa noch auf Art. 16 Abs. 1 lit. a der südafrikanischen Verfassung, welcher die Pressefreiheit explizit als Teilgehalt der Meinungsfreiheit erwähnt. Ausdrückliche Gewährleistungen zur Medienfreiheit finden sich auch etwa in Art. 21 der italienischen Verfassung; die Bestimmung statuiert u.a. ein Zensurverbot und hält fest, dass das Gesetz Transparenzvorschriften bezüglich der Finanzierung von periodischen Presseerzeugnissen vorsehen darf. Vgl. etwa Bartole/Bin, Comm. breve, Art. 21 Ziff. XIII-XXI. Mit rechtsvergleichenden Hinweisen zu den Kommunikationsgrundrechten allgemein Stone, Comparative constitutional law, S. 406 f.; Currie, Freedom of expression, S. 231 f. (spezifisch mit Aussagen zum Zensurverbot auf S. 232 f.).
- CR-Cottier, Art. 17 Cst. N. 17; vgl. etwa Art. 13 StGG (Österreich) (wobei das Zensurverbot in Abs. 2 spezifisch genannt wird).
- Zum Begriff vgl. unten N. 9 ff.
- Für viele EGMR (Grosse Kammer), Magyar Helsinki Bizottság gegen Ungarn, Nr. 18030/11, 8.11.2016, N. 165; CR-Cottier, Art. 17 Cst. N. 9; BSK-Zeller/Kiener, Art. 17 BV N. 8.
- Ausführlich Piolino, Staatsunabhängigkeit, S. 70 ff.
- BGE 147 IV 65 E. 5.2; BGE 141 I 211 E. 3.1; BGE 137 I 209 E. 4.2.
- Etwa BGE 141 I 211 E. 3.1.
- BGE 147 IV 65 E. 5.2; BGE 141 I 211 E. 2.1; BGE 137 I 8 E. 2.5; vgl. Müller/Schefer/Zeller, Medienfreiheit, S. 438 ff.; ausführlich Piolino, Staatsunabhängigkeit, S. 74 ff.
- EGMR Mediengruppe Österreich GmbH gegen Österreich, Nr. 37713/18, 26.4.2022, N. 47; EGMR (Grosse Kammer), Magyar Helsinki Bizottság gegen Ungarn, Nr. 18030/11, 8.11.2016, N. 165 ff.; EGMR (Grosse Kammer), Couderc und Hachette Filipacchi Associés gegen Frankreich, Nr. 40454/07, 10.11.2015, N. 89; so schon EGMR Lingens gegen Österreich, Nr. 9815/82, 8.7.1986, N. 44; BGE 140 IV 108 E. 6.7; BGer, Urteil vom 6.4.2011, 2C_664/2010, E. 2.2; CR-Cottier, Art. 17 Cst. N. 9; BSK-Zeller/Kiener, Art. 17 BV N. 8.
- Vgl. für die Presse etwa EGMR Observer and Guardian gegen das Vereinigte Königreich, Nr. 13585/88, 26.11.1991, N. 59; Oster, Media Law, S. 12; vgl. auch Grabenwarter/Pabel, EMRK, § 23 N. 8.
- Vgl. etwa EGMR Kaperzyński gegen Polen, Nr. 43206/07, 3.4.2012, N. 70; vgl. m.w.Verw. Oster, Media Law, S. 10 f.
- Vgl. etwa EGMR Fatullayev gegen Aserbaidschan, Nr. 40984/07, 22.4.2010, N. 95 und N. 102; EGMR Růžový panter, O.S. gegen Tschechien, Nr. 20240/08, 2.2.2012, N. 33; vgl. auch EGMR GRA Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus gegen die Schweiz, Nr. 18597/13, 9.1.2018, N. 60 f.; Oster, Media Law, S. 11 f.
- EGMR (Grosse Kammer), Magyar Helsinki Bizottság gegen Ungarn, Nr. 18030/11, 8.11.2016, N. 108; vgl. Zeller, Konzept, S. 88.
- Vgl. etwa EGMR Novaya Gazeta and Borodyanskiy gegen Russland, Nr. 14087/08, 28.3.2013, N. 42; Oster, Media Freedom, S. 34; vgl. auch EGMR Kaperzyński gegen Polen, Nr. 43206/07, 3.4.2012, N. 70; vgl. m.w.Verw. Oster, Media Law, S. 7 f. und S. 10.
- Vgl. betreffend die Presse bereits BGE 31 I 385 E. 2; BGE 100 Ia 445 E. 6; BGE 128 IV 53 E. 5.c; vgl. ausführlich Müller/Schefer/Zeller, Medienfreiheit, S. 441 ff.
- BGE 128 IV 53, E. 5.c; Belser/Waldmann, Grundrechte II, Kap. 5 N. 38; Müller/Schefer/Zeller, Medienfreiheit, S. 441 f. Damit wird die Individualkommunikation etwa über Messenger-Apps oder E-Mail nicht von der Medienfreiheit, sondern von der subsidiär greifenden Meinungsfreiheit gemäss Art. 16 BV und dem Fernmeldegeheimnis nach Art. 13 Abs. 1 BV geschützt (statt vieler Belser/Waldmann, Grundrechte II, Kap. 5 N. 38; vgl. im Zusammenhang mit der Überwachung von E-Mails BGE 126 I 50).
- Dabei kommt es auf die Art des verwendeten Mittels nicht an (statt vieler Müller/Schefer/Zeller, Medienfreiheit, S. 443; vgl. für das Erfordernis der mechanisch reproduzierten Presse BGE 128 IV 53 E. 5.c, S. 65).
- Vgl. Müller/Schefer/Zeller, Medienfreiheit, S. 443; vgl. ausführlich Peduzzi, Meinungs- und Medienfreiheit, S. 169.
- Im Rahmen der Anwendbarkeit von Art. 28 StGB bejahte das Bundesgericht etwa die Öffentlichkeit eines Facebook-Beitrags, der sich an 2'500 Personen richtete (m.w.Verw. BGer, Urteil vom 18.11.2020, 6B_440/2019, E. 5.4.4 und 5.6); vgl. betreffend die Auflösung der Grenze privater und öffentlicher Kommunikation in sozialen Netzwerken Bundesrat, Social-Media-Bericht, S. 7 f.; SGK-Errass/Rechsteiner, Art. 17 BV N. 34; vgl. auch Peduzzi, Meinungs- und Medienfreiheit, S. 155.
- Vgl. BGE 100 Ia 445 E. 6; Müller/Schefer/Zeller, Medienfreiheit, S. 448.
- Vgl. Müller/Schefer/Zeller, Medienfreiheit, S. 448; Nobel/Weber, Medienrecht, Kap. 3, N. 54. Entsprechend sind systematische, vorgängige Inhaltskontrollen kommerzieller Äusserungen – so etwa die Vorkontrolle der Arzneimittelwerbung – verfassungsrechtlich nicht ausgeschlossen (vgl. etwa BGE 128 I 295 E. 5.a), S. 308; krit. SGK-Errass/Rechsteiner, Art. 17 BV N. 35 ff.; CR-Cottier, Art. 17 Cst. N. 36). Teile der Lehre vertreten hingegen die Ansicht, dass auch kommerzielle Inhalte unter den Schutz der Medienfreiheit fallen. So kann auch Werbung politische oder kulturelle Themen aufnehmen und ist für die Medien existenzsichernd (ausführlich Barrelet/Werly, Droit de la communication, Rz. 72 f.; SGK-Errass/Rechsteiner, Art. 17 BV N. 36; Kley, Medien, S. 190). U.E. drängt sich ein Schutz kommerzieller Inhalte im Rahmen der Medienfreiheit nicht auf. Vielmehr erscheint es sinnvoll im Rahmen von Art. 17 BV der im Rahmen der Meinungsfreiheit entwickelten Abgrenzung zwischen ideellen und kommerziellen (und gemischten) Inhalten zu folgen.
- Vgl. BGer, Urteil vom 10.10.2013, 1C_335/2013, E. 3.4; vgl. den Journalistenkodex des Presserats; CR-Cottier, Art. 17 Cst. N. 11; BSK-Zeller/Kiener, Art. 17 BV N. 17; vgl. ausführlich zum Journalistenkodex des Presserats Barrelet/Werly, Droit de la Communication, Rz. 2203.
- Vgl. den mangelnden Anspruch auf behördliche Information eines IV-Versicherten, da dieser weder Journalist sei noch geltend mache, sonst wie «medial tätig zu sein», BGer, Urteil vom 27.6.2018, 1C_461/2017, E. 4.4; vgl. hierzu Zeller, Rechtsprechung 2017/2018, S. 674 f.; vgl. hinsichtlich persönlichkeitsverletzender nichtjournalistischer Kommentare in Diskussionsforen BGer, Urteil vom 3.4.2019, 5A_801/2018, E. 9.3.3; vgl. dazu Zeller, Rechtsprechung 2018/2019, S. 697; vgl. ausführlich zur Rolle journalistischer Sorgfaltspflicht in der bundesgerichtlichen Rechtsprechung Zeller, Journalistische Sorgfaltspflicht, S. 64 ff.
- Vgl. BSK-Zeller/Kiener, Art. 17 BV N. 9, 17 und 26; vgl. auch CR-Cottier, Art. 17 Cst. N. 11; Kiener/Kälin/Wyttenbach, Grundrechte, § 21 N. 17. Ein vergleichbarer Schutz kann angemessen sein beim Zugang zu amtlichen Dokumenten, hingegen nicht zwingend beim Schutz des Redaktionsgeheimnisses, der Akkreditierung von Medienschaffenden oder der Anwendbarkeit des Medienstrafrechts (vgl. m.Verw. auf die Praxis des EGMR BSK-Zeller/Kiener, Art. 17 BV N. 17). Damit dürfte etwa die von Julian Assange gegründete Enthüllungs-Plattform WikiLeaks u.E. mangels Beachtung der journalistischen Sorgfaltspflichten wie etwa der Abwägung mit Persönlichkeitsrechten nicht den Schutz der Medienfreiheit geniessen. Allerdings dürfte WikiLeaks aufgrund des zweifellosen Beitrags zu einer im öffentlichen Interesse stehenden Debatte punktuell von einem vergleichbar erhöhten Schutz durch die Meinungs- und Informationsfreiheit gemäss Art. 16 BV profitieren. Entsprechend geniessen auch nicht-journalistische Äusserungen auf Sozialen Medien wie Facebook oder Twitter sowie diese Online-Plattformen selbst mangels Beachtung der berufsethischen Sorgfaltspflichten u.E. nicht den Schutz der Medienfreiheit (a.M. betreffend die Plattformen selbst Brunner, Art. 17 BV, S. 96; differenzierter CR-Cottier, Art. 17 Cst. N. 11, wonach Online-Plattformen je nach Intensität ihrer redaktionellen Tätigkeit, sprich der Kontrolle über die Auswahl und Präsentation der Inhalte, als Medien gemäss Art. 17 BV bezeichnet werden können); vgl. auch einen neueren Entscheid des Bundesgerichts, worin dieses für die Anwendbarkeit des Medienstrafrechts einen weiten Medienbegriff vertritt und darunter mitunter auch soziale Medien erfasst, solange das Kriterium des unbestimmten Adressatenkreises bzw. der öffentlichen Zugänglichkeit erfüllt ist, m.w.Verw. BGer, Urteil vom 18.11.2020, 6B_440/2019, E. 5.4.2 ff.; krit. hierzu u.a. Cerutti/Frattolillo, Twitter. U.E. kann ein weiter Medienbegriff bei der Anwendbarkeit des Medienstrafrechts mit Blick auf Art. 16 BV gerechtfertigt sein und steht einem engeren Medienbegriff im Rahmen von Art. 17 BV nicht entgegen.
- Vgl. CR-Cottier, Art. 17 Cst. N. 11. Auch gemäss Biaggini umfasst die Medienfreiheit die «(mehr oder weniger) organisierte» öffentliche Kommunikation (vgl. Biaggini, Art. 17 BV N. 2).
- In diese Richtung auch BSK-Zeller/Kiener, Art. 17 BV N. 17.
- Vgl. Oster, Media Freedom, S. 84 f.; Oster, Media Law, S. 52; vgl. auch Grabenwarter/Pabel, EMRK, § 23 N. 9; BSK-Zeller/Kiener, Art. 17 BV N. 18.
- Vgl. CR-Cottier, Art. 17 Cst. N. 12; BSK-Zeller/Kiener, Art. 17 BV N. 13.
- Vgl. BSK-Zeller/Kiener, Art. 17 BV N. 14; vgl. zum Begriff von Radio und Fernsehen statt vieler BSK-Dumermuth/Zeller, Art. 93 BV N. 11.
- Biaggini, Art. 17 BV N. 5; CR-Cottier, Art. 17 Cst. N. 12; BSK-Zeller/Kiener, Art. 17 BV N. 15. Während es für den Schutz durch die Medienfreiheit irrelevant ist, welcher Mediengattung ein Medieninhalt zugeordnet wird, spielt die (in der Lehre umstrittene) Abgrenzung zwischen den verschiedenen Mediengattungen eine Rolle bei der Auslegung der Bundeskompetenz gemäss Art. 93 Abs. 1 BV, welche die Presse nicht erfasst (vgl. bereits N. 4) (BSK-Zeller/Kiener, Art. 17 BV N. 13; vgl. CR-Cottier, Art. 17 Cst. N. 12; vgl. ausführlich zum Lehrstreit betreffend die Kompetenzverteilung zwischen Bund und Kantonen im Medienbereich Piolino, Staatsunabhängigkeit, S. 164 ff.).
- Vgl. Oster, Media Freedom, S. 84 f.; Oster, Media Law, S. 52; vgl. auch Grabenwarter/Pabel, EMRK, § 23 N. 9; BSK-Zeller/Kiener, Art. 17 BV N. 18.
- Vgl. Oster, Media Freedom, S. 84 f.; Oster, Media Law, S. 52; m.w.Verw. Grabenwarter/Pabel, EMRK, § 23 N. 9; Müller/Schefer/Zeller, Medienfreiheit, S. 443 f.; BSK-Zeller/Kiener, Art. 17 BV N.18.
- Vgl. Oster, Media Freedom, S. 51 und 84 f.; Oster, Media Law, S. 52; zustimmend Piolino, Staatsunabhängigkeit, S. 90.
- Vgl. zur Beeinträchtigung eines Pressebetriebs EGMR Özgür Gündem gegen die Türkei, Nr. 23144/93, 16.3.2000, N. 49 und bezüglich der Beeinträchtigung technischer Voraussetzungen EGMR Groppera Radio AG a.o. gegen die Schweiz, Nr. 10890/84, 28.3.1990, N. 55; vgl. zur staatsunabhängigen Organisation von Service public-Medien EGMR Manole a.o. gegen Moldau, Nr. 13936/02, 17.9.2009, N. 98; vgl. dazu Oster, Media Freedom, S. 85.
- Vgl. Oster, Media Freedom, S. 85; Oster, Media Law, S. 52; vgl. in Bezug auf die Staatsunabhängigkeit von Radio und Fernsehen Peduzzi, Meinungs- und Medienfreiheit, S. 143;
- Vgl. bspw. BGE 147 III 185 (Zeitungsartikel mit Schlagzeile «Kinderqual-Sekte»); BGE 137 IV 313 (Hitler-Vergleich); EGMR GRA Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus Schweiz gegen die Schweiz, Nr. 18597/13, 9.1.2018, N. 50 (zum Vorwurf des «verbalen Rassismus»); EGMR (Grosse Kammer), Jersild gegen Dänemark, Nr. 15890/89, 23.9.1994 (zur Thematik der Wiedergabe von strafrechtlich relevanten Äusserungen in den Medien). Ausführlich zu Einschränkungen der Medienfreiheit vgl. unten N. 36 ff.
- Etwa EGMR Gsell gegen die Schweiz, Nr. 12675/05, 8.10.2009, N. 49 ff.
- EGMR Özgür Gündem gegen die Türkei, Nr. 23144/93, 16.3.2000, N. 43 ff.; vgl. m.H. auf die Praxis zu Art. 19 UNO-Pakt II Schabas, CCPR Commentary, Art. 19 CCPR Ziff. 22; vgl. zu positiven Verpflichtungen im Rahmen von Art. 10 EMRK allgemein Harris/O’Boyle/Warbrick, Law of the ECHR, S. 596 ff.
- Barrelet/Werly, Droit de la communication, Rz. 126 f.
- Vgl. Barrelet/Werly, Droit de la communication, Rz. 129 ff., der für den Bereich der Presse von einer Unzulässigkeit ausgeht.
- Dies insbesondere, da die Idee der Pressefreiheit und des Zensurverbots sich aus der Praxis staatlicher und kirchlicher Lizensierungssysteme entwickelt hat; d.h. die Ablehnung systematischer, inhaltlicher Vorkontrolle von Medienerzeugnissen eigentlicher Kern der Medienfreiheit darstellt. Vgl. John Milton, Areopagitica. Ausführlich zum Zensurverbot unten N. 76 ff.
- Barrelet/Werly, Droit de la communication, Rz. 250 ff.
- Eine Ausnahme besteht allerdings etwa im Kontext des Gegendarstellungsrechts nach Art. 28g ZGB. Vgl. zum Gegendarstellungsrecht etwa BGE 113 II 369 E. 3; BGE 130 III 1 E. 4.2.1.
- Vgl. m.w.Verw. bspw. BGE 136 I 167 E. 3.3.1.
- Vgl. Barrelet/Werly, Droit de la communication, Rz. 271; Biaggini, Art. 17 BV N. 7.
- Vgl. etwa CR-Cottier, Art. 17 Cst. N. 14; Biaggini, Art. 17 BV N. 7.
- Vgl. Müller, Verwirklichung der Grundrechte, S. 89 (mit dem Hinweis auf den Anspruch auf Zugang zu bestehenden Einrichtungen, darunter etwa dem Radio- oder Fernsehnetz).
- BGE 137 I 8 (Anerkennung eines Zugangsrechts aus Art. 17 BV, nicht aber aus Art. 16 Abs. 3 BV). Obwohl die bundesgerichtliche Rechtsprechung diesbezüglich (noch) nicht ganz klar ist, ist u.E. mit Blick auf das Urteil EGMR (Grosse Kammer), Magyar Helsinki Bizottság gegen Ungarn, Nr. 18030/11, 8.11.2016 und die besondere Stellung Medienschaffender in der Vermittlung von Informationen zwischen staatlichen Behörden und Öffentlichkeit (vgl. auch N. 8) davon auszugehen, dass der Informationsanspruch im Rahmen von Art. 17 BV weitergeht als derjenige im Rahmen von Art. 16 Abs. 1 und 3 BV. Zur Frage einer allfälligen Weiterentwicklung von Art. 16 Abs. 1 und 3 BV.
- Vgl. mit dem Anstoss zur entsprechenden Änderung BGE 139 I 114 E. 4.3.
- Etwa BGE 143 I 194 E. 3.1.
- BGE 143 I 194 E. 3.1.
- Vgl. m.w.Verw. Nobel/Weber, Medienrecht, 3. Kap., Rz. 131; vgl. auch Müller/Schefer/Zeller, Medienfreiheit, S. 478.
- Vgl. zu den menschenrechtlichen Grenzen arbeitsvertraglicher Loyalitätspflicht von Journalisten EGMR Matúz gegen Ungarn, Nr. 73571/10, 21.10.2014, N. 32 ff.; BSK-Zeller/Kiener, Art. 17 BV N. 78.
- Vgl. Schefer, Kommunikationsgrundrechte, S. 1423.
- Vgl. etwa BGE 139 I 114, E. 3 und E. 4.
- Vgl. SGK-Errass/Rechsteiner, Art. 17 BV N. 57 ff.; Schefer, Kerngehalte, S. 288 f.
- Vgl. BSK-Zeller, Art. 28 StGB N. 12; Buess, Strafrechtliche Verantwortlichkeit, S. 6; enge Auslegung der Anwendbarkeit in BGE 125 IV 206 E. 3b
- M.w.Verw. auf unterschiedliche Ansichten in Lehre und Rspr. BSK-Zeller, Art. 28 StGB N. 28.
- BSK-Zeller, Art. 28 StGB N. 1.
- Botschaft Änderung ZGB (Persönlichkeitsschutz), BBl 1982 II 636, 667 (zur Ratio der Vorgängerbestimmung von Art 28c Abs. 3 ZGB).
- Vgl. ausführlich zur flankierenden Dimension der Grundrechte im Allgemeinen Müller, Verwirklichung der Grundrechte, S. 101 ff.
- Etwa BGE 147 III 185 E. 3.3, 4.2.3. f. (Art. 28 ff. ZGB); BGE 123 III 354 E. 2a (Art. 3 lit. a UWG); BGE 131 IV 160 E. 3.3.1 (Art. 173 StGB); BGE 131 III 480 E. 2.2, 4.1, 5 (Art. 25 und 10 Abs. 2 URG); vgl. Peduzzi, Meinungs- und Medienfreiheit, S. 100 f.
- Vgl. Belser/Waldmann, Grundrechte II, Kap. 5, N. 35; SGK-Errass/Rechsteiner, Art. 17 BV N. 59; Kiener/Kälin/Wyttenbach, Grundrechte, § 21, N. 25; Müller, Verwirklichung der Grundrechte, S. 88 f. und S. 96; Müller/Schefer/Zeller, Medienfreiheit, S. 475.
- Vgl. für den Rundfunkbereich m.w.Verw. Hager, Rundfunkvielfalt, S. 6 f. In diesem Sinn hält das Bundesgericht in BGE 98 Ia 73 E. 3.b fest, dass die demokratische Willensbildung „unter anderem dadurch gekennzeichnet [ist], dass die miteinander im Wettstreit stehenden Interessengruppen und Parteien ihre Anliegen und Meinungen ungehindert einer breiten Öffentlichkeit kundgeben können“.
- Vgl. zum Ganzen etwa Oster, Media Freedom, S. 266.; vgl. auch Hager, Rundfunkvielfalt, S. 10 f.
- Art. 93 Abs. 2 BV: Radio und Fernsehen tragen zur Bildung und kulturellen Entfaltung, zur freien Meinungsbildung und zur Unterhaltung bei. Sie berücksichtigen die Besonderheiten des Landes und die Bedürfnisse der Kantone. Sie stellen die Ereignisse sachgerecht dar und bringen die Vielfalt der Ansichten angemessen zum Ausdruck.
- Vgl. etwa m.w.Verw. Dumermuth, Revision RTVG, S. 233, Hettich/Schelker, Medien, S. 53; vgl. auch SGK-Hettich/Schöller, Art. 93 BV N. 24; BSK-Zeller/Dumermuth, Art. 93 BV N. 19.
- Vgl. Art. 24 f., Art. 38 und Art. 43 RTVG. Im Gegenzug erhalten die SRG und je nach Finanzierungsmöglichkeiten des betreffenden Gebiets auch die lokal-regionalen Veranstalter eine Abgeltung aus den Einnahmen der Radio- und Fernsehabgabe (vgl. Art. 68a Abs. 1 lit. a und b RTVG); vgl. hierzu ausführlich statt vieler Piolino, Staatsunabhängigkeit, S. 142 ff.
- Vgl. Art. 4 Abs. 4 Bundesgesetz über Radio und Fernsehen (RTVG, SR 784.40); Hager, Rundfunkvielfalt, S. 19; Peduzzi, Meinungs- und Medienfreiheit, S. 334 f.; vgl. ausführlich m.w.Verw. Masmejan, Comm. LRTV, Art. 4 LRTV N. 66 ff.; Weber, Komm. RTVG, Art. 4 RTVG N. 39 ff. Die Verpflichtung zur inhaltlichen Vielfalt ist zudem insoweit untrennbar mit der Erfüllung des Service public-Auftrags als öffentliche Aufgabe verbunden, als sie sich nicht zuletzt aus dem Service-public-Prinzip der Gleichheit bzw. aus dem damit zusammenhängenden Grundsatz der staatlichen Neutralität bzw. Nichtidentifikation ergibt (vgl. Dumermuth, Programmaufsicht, S. 40 f.; vgl. ausführlicher Piolino, Staatsunabhängigkeit, S. 124 ff.).
- Vgl. zur Tendenzfreiheit der Presse im deutschen Verfassungsrecht etwa BVerfGE 52, 283 (296); vgl. aus dem schweizerischen Verfassungsrecht etwa Dubey, Droits fondamentaux II, Rz. 2160; vgl. auch Müller/Schefer/Zeller, Medienfreiheit, S. 478.
- Vgl. BGE 98 Ia 73 E. 3.c); vgl. auch Dumermuth, Rundfunkregulierung. S. 352; Peduzzi, Meinungs- und Medienfreiheit, S. 334 f.
- Vgl. ausführlich Riklin, Presserecht, § 3 N. 62 ff.; vgl. auch die weiteren Verweise in Piolino, Staatsunabhängigkeit, Fn. 1008. Während dem Bund mit Art. 93 Abs. 1 BV keine Kompetenz zur mediengattungsübergreifende Medienförderung zur Verfügung steht, enthalten einige kantonale Verfassungen Kompetenznormen zur Vielfaltsförderung im gesamten Medienbereich (vgl. etwa § 73 KV AG, § 37 KV BS, Art. 28 KV GE, Art. 46 KV BE und Art. 103 KV SO; vgl. hierzu Barrelet/Werly, Droit de la Communication, Rz. 568; m.w.Verw. Piolino, Staatsunabhängigkeit, S. 166 f.).
- Vgl. ausführlich Barrelet/Werly, Droit de la Communication, Rz. 647 ff.; vgl. zudem zur Förderung der rätoromanischen Presse im Rahmen der Sprach- und Kulturförderung M.w.Verw. Barrelet/Werly, Droit de la Communication, Rz. 567 und zu den reduzierten Mehrwertsteuersätzen Barrelet/Werly, Droit de la Communication, Rz. 1174 f.
- Vgl. fög/UZH, Jahrbuch 2021, S. 11 und S. 13.
- Vgl. fög/UZH, Jahrbuch 2022, S. 13.
- Vgl. ausführlicher Piolino, Staatsunabhängigkeit, S. 162 f.; fög/UZH, Jahrbuch 2022, S. 12 ff. So führt die problematische Ressourcenlage zu einer zunehmenden Anbieterkonzentration und Zusammenlegung der Redaktionen, wodurch der Aussenpluralismus abnimmt (vgl. ausführlich fög/UZH, Jahrbuch 2020, S. 159 ff.). Gleichzeitig nimmt dadurch die Vielfalt der abgedeckten Themen innerhalb der verbleibenden Medienanbieter ab (vgl. ausführlich fög/UZH, Jahrbuch 2020, S. 163 ff.).
- Vgl. auch Müller/Schefer/Zeller, Medienfreiheit, S. 476.
- Vgl. EMEK, Medien im digitalen Zeitalter, S. 16; vgl. aus der Medienwissenschaft m.w.Verw. Puppis et al., Medien, S. 359.
- Vgl. etwa SGK-Errass/Rechsteiner, Art. 17 BV N. 65 f.; Kley, Medien, S. 194.
- So auch die 3. Aufl. des SGK BV SGK-Brunner/Burkert, Art. 17 BV N. 31, die zudem eine «berufliche» Tätigkeit voraussetzen: «Medienschaffende» müssen demnach entweder in einer Anstellung, selbständig oder als Auftragsnehmende für ein Medium tätig sein.
- Vgl. etwa Hangartner, Verfassungsmässige Rechte, S. 122; vgl. im Kontext staatlicher Hochschulen als Träger der Wissenschaftsfreiheit Belser/Waldmann, Grundrechte II, Kap. 5, N. 63; Kiener/Kälin/Wyttenbach, Grundrechte, § 24, N. 5.
- Vgl. etwa BGer, Urteil vom 13.1.2000, 2A.213/1999, E. 1; BGE 98 Ia 73 E. 3c); BGer, Urteil vom 17.10.1980, in: ZBl 1982, E. 3.a), S. 224; vgl. aus der Lehre etwa Hangartner, Verfassungsmässige Rechte, S. 124.
- So Müller, Elemente, S. 95; vgl. auch Hangartner, Verfassungsmässige Rechte, S. 124; Hettich/Schelker, Medien, S. 135; Müller/Schefer/Zeller, Medienfreiheit, S. 450 und S. 491.
- Statt vieler BGE 137 I 8 E. 2.4; BGE 137 I 340 E. 3.3; vgl. hierzu Belser/Waldmann, Grundrechte II, Kap. 5, N. 40; Seiler, Grundrechtsträgerschaft und Grundrechtsverpflichtung, S. 752; vgl. m.w.Verw. Piolino, Staatsunabhängigkeit, S. 432 f.
- Biaggini, Art. 17 BV N. 6. Eine Grundrechtsträgerschaft des Publikums bejahen etwa in der 3. Aufl. des SGK-BV SGK-Brunner/Burkert, Art. 17 BV N. 33 und Kley, Medien, S. 194.
- Statt vieler BSK-Hertig, Art. 16 BV N. 16; Kley, Medien, S. 194; vgl. ausführlich Peduzzi, Meinungs- und Medienfreiheit, S. 211 ff.
- Vgl. hierzu Piolino, Staatsunabhängigkeit, S. 80 f. und S. 437.
- Vgl. EGMR Tanrikulu, Çetin, Kaya u.a. gegen die Türkei (Entscheid über das Eintreten), Nr. 40160/98; 6.11.2001; Oster, Media Law, S. 59.
- Ausführlich Piolino, Staatsunabhängigkeit, S. 437 ff.
- Damit sind hier Technologien der künstlichen Intelligenz gemeint, welche von Medienunternehmen oder Medienschaffenden im Rahmen ihrer journalistischen Tätigkeit eingesetzt werden. Vgl. zur Erfassung von «Bot-Äusserungen» vom Schutzbereich der Kommunikationsgrundrechte Schefer, Kommunikationsgrundrechte, S. 1435 ff. (Rz. 60 ff.).
- Vgl. Goldhammer/Dieterich/Prien, Wissenschaftlicher Bericht: Künstliche Intelligenz, Medien und Öffentlichkeit, Berlin/Bern März/April 2019, S. 26 mit dem Hinweis auf «AINews», damals verwendet von La Liberté.
- Ausführlich zum Thema Goldhammer/Dieterich/Prien, Wissenschaftlicher Bericht: Künstliche Intelligenz, Medien und Öffentlichkeit, Berlin/Bern März/April 2019, S. 9 ff.; vgl. auch Tamedia, Roboter Tobi schreibt erste Texte. Ein Freelancer der besonderen Art: Ein Roboter hat die Redaktion beim Berichten über die Abstimmungsresultate unterstützt – und das mit personalisierten Texten, persoenlich.ch vom 24.09.2018 (https://www.persoenlich.com/medien/roboter-tobi-schreibt-erste-texte).
- Vgl. zum Ganzen Schefer, Kommunikationsgrundrechte, S. 1436 f. (Rz. 64). Vgl. ebenfalls SGK-Errass/Rechsteiner, Art. 17 BV N. 44 und 66.
- Etwa im Rahmen von Art. 266 ZPO; vgl. dazu Barrelet/Werly, Droit de la communication, Rz. 1656 ff.
- Etwa BGE 137 I 8.
- Etwa BGE 147 III 185; BGE 137 IV 313; BGE 131 III 480; BGE 123 III 354.
- Vgl. ausführlich zur Dogmatik der indirekten Einwirkungen auf den publizistischen Inhalt als Schutz vor Grundrechtsgefährdungen Piolino, Staatsunabhängigkeit, S. 183 ff.
- Vgl. für Bereich von Radio und Fernsehen m.w.Verw. BSK-Zeller/Dumermuth, Art. 93 BV N. 34; vgl. m.w.Verw. insbesondere auf die deutsche Lehre und Rechtsprechung im Rundfunkbereich Piolino, Staatsunabhängigkeit, S. 182.
- BGE 130 I 369; EGMR Gsell gegen die Schweiz, Nr. 12675/05, 8.10.2009.
- BSK-Zeller/Kiener, Art. 17 BV N. 22; vgl. Zeller, Gezielte Kritik einer Ministerin an einem Journalisten respektierte EMRK, in: medialex 2014, S. 102 f.
- Etwa EGMR Jecker gegen die Schweiz, Nr. 35449/14, 6.10.2020, N. 30 ff.; EGMR (Grosse Kammer), Big Brother Watch u.a. gegen das Vereinigte Königreich, Nr. 58170/13, 62322/14 und 24960/15, 20.5.2021, N. 442 ff.; EGMR (Grosse Kammer), Cumpănă und Mazăre gegen Rumänien, Nr. 33348/96, 17.12.2004, N. 114; ursprünglich zum Bezug zwischen Chilling Effect und Quellenschutz EGMR (Grosse Kammer), Goodwin gegen das Vereinigte Königreich, Nr. 17488/90, 20.3.1996, N. 39; vgl. allgemein zum Chilling Effect Schauer, Fear, Risk, and the First Amendment, S. 685 ff.; vgl. zum Chilling Effect auch unten N. 88 (Art. 17 Abs. 3 BV).
- Vgl. Schefer, Beeinträchtigung, S. 29.
- Relevant sind etwa kantonale Normen bzgl. Werbung für Medienerzeugnisse. Vgl. Plakatverordnung Basel-Stadt, SG 569.500 mit u.a. in § 7 Anforderungen an den Inhalt von Plakaten. Vgl. m.w.Verw. Barrelet/Werly, Droit de la communication, Rz. 632 ff., Rz. 1474 ff.
- BSK-Epiney, Art. 36 BV N. 40 ff.
- BSK-Epiney, Art. 36 BV N. 41.
- EGMR Gsell gegen die Schweiz, Nr. 12675/05, 8.10.2009, N. 51 ff.; a.A. BGE 130 I 369 E. 7.3.
- Etwa EGMR Halis Dogan u.a. gegen die Türkei, Nr. 50693/99, 10.1.2006, N. 24.
- Etwa EGMR (Grosse Kammer), Pentikäinen gegen Finnland, Nr. 11882/10, 20.10.2015, N. 86.
- Etwa EGMR Sunday Times gegen das Vereinigte Königreich (Nr. 1), Nr. 6538/74, 26.4.1979, N. 54 ff.
- Bspw. für Medien geltende Tabakwerbeverbote, wobei diese in der Schweiz grundsätzlich im Rahmen von Art. 27 BV beurteilt werden. Etwa BGE 128 I 295 E. 5b. Zu Art. 10 EMRK Grabenwarter/Pabel, EMRK, § 23 N. 27.
- Etwa EGMR (Grosse Kammer), Mouvement Raëlien gegen die Schweiz, Nr. 16354/06, 30.7.2012, N. 54 f.
- Etwa BGE 126 IV 242; EGMR (Grosse Kammer), Stoll gegen die Schweiz, Nr. 69698/01, 10.12.2007, N. 51.
- Etwa EGMR (Grosse Kammer), Axel Springer AG gegen Deutschland, Nr. 39954/08, 7.2.2012, N. 82 ff.; EGMR Giniewski gegen Frankreich, Nr. 64016/00, 31.1.2006, N. 40 ff.
- Aufzählung angelehnt an Art. 10 Abs. 2 EMRK.
- Schefer, Beeinträchtigung, S. 77; vgl. zu Art. 10 Abs. 2 EMRK Grabenwarter/Pabel, EMRK, § 23 N. 24.
- Schefer, Beeinträchtigung, S. 77 f.
- Schefer, Beeinträchtigung, S. 78 (m.w.Verw.). Vgl. EGMR OOO Memo gegen Russland, Nr. 2840/10, 15.3.2022, N. 45 ff.
- Etwa BGE 142 I 49 E. 9.1; BGE 127 I 164 E. 3d; vgl. ausführlich zu den Anforderungen Schefer, Beeinträchtigung, S. 82 ff.
- Etwa BGE 127 I 164 E. 3d; zu Art. 10 EMRK etwa Grabenwarter/Pabel, EMRK, § 23 N. 24.
- «duties and responsibilities» / «devoirs et responsabilités»
- Allerdings: Die Pflichten und die Verantwortung von Medienschaffenden in sich mag alleine keine Einschränkung der Medienfreiheit zu rechtfertigen. Vgl. Cueni, Satire, S. 170 ff. (mit einer Kritik an EGMR Leroy gegen Frankreich, Nr. 36109/03, 2.10.2008, N. 38 ff.).
- Für viele EGMR Orlovskaya Iskra gegen Russland, Nr. 42911/08, 21.2.2017, N. 109; EGMR (Grosse Kammer), Stoll gegen die Schweiz, Nr. 69698/01, 10.12.2007, N. 102 ff.; wegweisend aus der älteren Rechtsprechung EGMR (Grosse Kammer), Bladet Tromsø und Stensaas gegen Norwegen, Nr. 21980/93, 20.5.1999, N. 65 ff.; EGMR (Grosse Kammer), Jersild gegen Dänemark, Nr. 15890/89, 23.9.1994, N. 31; vgl. EGMR (Grosse Kammer), Delfi AS gegen Estland, Nr. 64569/09, 16.6.2015, N. 134 (Hinweis, dass die Pflichten und Verantwortung von den Auswirkungen des Mediums abhängen können).
- Etwa EGMR Radio France u.a. gegen Frankreich, Nr. 53984/00, 30.3.2004, N. 37 f.; vgl. Harris/O’Boyle/Warbrick, Law of the ECHR, S. 665.
- EGMR Welsh und Silva Canha gegen Portugal, Nr. 16812/11, 17.9.2013, N. 22 (m.w.Verw.); EGMR Radio France u.a. gegen Frankreich, Nr. 53984/00, 30.3.2004, N. 37 ff.
- Vgl. Harris/O’Boyle/Warbrick, Law of the ECHR, S. 665 ff.
- Etwa EGMR Gorelishvili gegen Georgien, Nr. 12979/04, 5.6.2007, N. 41; EGMR Colombani u.a. gegen Frankreich, Nr. 51279/99, 25.6.2002, N. 65; wegweisend EGMR (Grosse Kammer), Bladet Tromsø und Stensaas gegen Norwegen, Nr. 21980/93, 20.5.1999, N. 71; vgl. Harris/O’Boyle/Warbrick, Law of the ECHR, S. 667 f.
- EGMR (Grosse Kammer), Cumpănă und Mazăre gegen Rumänien, Nr. 33348/96, 17.12.2004, N. 115.
- EGMR Dammann gegen die Schweiz, Nr. 77551/01, 25.4.2006, N. 57. Vgl. allerdings EGMR Ruokanen et al gegen Finnland, Nr. 45130/06, 6.4.2010, N. 49 ff. (verhältnismässig schwere Sanktion zulässig bei Vorwurf unbewiesener Straftaten und damit Beeinträchtigung der Unschuldsvermutung).
- Vgl. zum Bezug zwischen der Medienfreiheit und der Garantie der Justizöffentlichkeit etwa BGE 147 IV 297 E. 1.2.4.2 (Zulassung von akkreditierten Medienschaffenden bei Ausschluss der Öffentlichkeit von Gerichtsverhandlungen während der Coronapandemie als Mittel, um die «Öffentlichkeit» der Verfahren trotzdem zu gewährleisten). Vgl. zum Zugang zu Medienschaffenden zu Gerichtsverhandlungen und ihrer Brückenfunktion in diesem Bereich etwa BGE 146 I 30 E. 2.2; BGE 141 I 211 E. 3.3.1.1.
- EGMR Sunday Times gegen das Vereinigte Königreich (Nr. 1), Nr. 6538/74, 26.4.1979, N. 66 («They could be deprived of this information, which was crucially important for them, only if it appeared absolutely certain that its diffusion would have presented a threat to the ‘authority of the judiciary’.»); vgl. Grabenwarter/Pabel, EMRK, § 23 N. 45 (m.w.Verw.).
- Grabenwarter/Pabel, EMRK, § 23 N. 44 (m.w.Verw.).
- Etwa BGE 137 IV 313 E. 2.1.4; EGMR Otegi Mondragon gegen Spanien, Nr. 2034/07, 15.3.2011, N. 50; grundlegend EGMR Lingens gegen Österreich, Nr. 9815/82, 08.07.1986, N. 42; vgl. mit einer Übersicht Cueni, Satire, S. 190 ff.
- EGMR (Grosse Kammer), Couderc und Hachette Filipacchi Associés gegen Frankreich, Nr. 40454/07, 10.11.2015, N. 117 ff.
- Etwa EGMR Petrenco gegen Moldawien, Nr. 20928/05, 30.3.2010, N. 55.
- Vgl. EGMR (Grosse Kammer), Hannover gegen Deutschland (Nr. 2), Nr. 40660/08, 7.2.2012, N. 110; EGMR (Grosse Kammer), Couderc und Hachette Filipacchi Associés gegen Frankreich, Nr. 40454/07, 10.11.2015, N. 117 ff.; EGMR Minelli gegen die Schweiz (Entscheid über das Eintreten), Nr. 14991/02, 14.6.2005; vgl. ausführlich Harris/O’Boyle/Warbrick, Law of the ECHR, S. 639 ff.
- Etwa EGMR Orlovskaya Iskra gegen Russland, Nr. 42911/08, 21.2.2017, N. 109; EGMR Lopes Gomes da Silva gegen Portugal, Nr. 37698/97, 28.9.2000, N. 34.
- Vgl. Harris/O’Boyle/Warbrick, Law of the ECHR, S. 678.
- EGMR Hrico gegen die Slowakei, 49418/99, 20.7.2004, N. 45; EGMR Lopes Gomes da Silva gegen Portugal, Nr. 37698/97, 28.9.2000, N. 31 ff.; vgl. ausführlich Harris/O’Boyle/Warbrick, Law of the ECHR, S. 674 f
- Vgl. zur Abgrenzung zwischen Tatsachenbehauptungen und Meinungsäusserungen etwa Cueni, Satire, S. 198 ff. (m.w.H.).
- Etwa EGMR Tuşalp gegen die Türkei, Nr. 32131/08 und 41617/08, 21.02.2012, N. 43; EGMR (Grosse Kammer), Lindon, Otchakovsky-Laurens und July gegen Frankreich, Nr. 21279/02 und 36448/02, 22.10.2007, N. 55; so schon EGMR Lingens gegen Österreich, Nr. 9815/82, 8.7.1986, N. 46.
- Etwa EGMR (Grosse Kammer), Hannover gegen Deutschland (Nr. 2), Nr. 40660/08, 7.2.2012, N. 108 ff.; EGMR Hannover gegen Deutschland (Nr. 1), Nr. 59320/00, 24.6.2004, N. 60.
- Etwa BGE 147 III 185; BGer, Urteil vom 14.4.2014, 5A_ 553/2012.
- Etwa BGE 137 IV 313; BGE 131 IV 160.
- BGE 132 III 641 E. 5.2; BGE 131 IV 160 E. 3.3.1.
- BGE 132 III 641 E. 5.2; vgl. auch 137 IV 313 E. 2.1.5; BGE 131 IV 160 E. 3.3.2 mit dem Hinweis, dass für Medienschaffende abgesehen von Art. 28a StGB keine Privilegierungen vorgesehen seien.
- BGE 131 IV 160 E. 3.3.1.
- BGE 147 III 185 E. 4.3.3; BGE 138 III 641 E. 4.2.1 (verworfen durch EGMR GRA Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus Schweiz gegen die Schweiz, Nr. 18597/13, 9.1.2018); BGE 132 III 641 E. 5.2; BGE 131 IV 160 E. 3.3.1. Ohne eine solche Abwägung innerhalb der Beurteilung von Art. 173 StGB allerdings BGE 137 I 313 E. 2.1 ff. Zu Art. 28 ZGB allgemein BGE 147 III 185 E. 4.3.3; nicht überzeugend BGE 138 III 641 E. 4.4.3.
- BGE 137 IV 313 E. 2.1.4. Vgl. im Kontext der Gerichtsberichterstattung BGE 141 I 211 E. 3.3.2.
- Etwa BGE 147 III 185 E. 4.2.3. Kritisch zu dieser Figur Cueni, Satire, S. 303 ff.
- BGE 143 III 297 E. 6.7.3 mit Verweis auf BGE 37 I 381 E. 2.
- BGE 143 III 297 E. 6.7.3. Vgl. zur Abgrenzung allgemein, Bacher, Medienfreiheit und Persönlichkeitsschutz, insb. Rz. 685.
- BGer, Urteil vom 7.10.2008, 6B_225/2008.
- BGE 126 IV 236; EGMR (Grosse Kammer), Stoll gegen die Schweiz, Nr. 69698/01, 10.12.2007; BGE 127 IV 122; EGMR Dammann gegen die Schweiz, Nr. 77551/01, 25.4.2006.
- Vgl. etwa EGMR (Grosse Kammer), Jersild gegen Dänemark, Nr. 15890/89, 23.9.1994, N. 25 ff.
- Vgl. etwa BGer, Urteil vom 29.10.2013, 5A_376/2013, E. 6; BGE 123 IV 211.
- Zur Relevanz urheberrechtlicher Regelungen vgl. Barrelet/Werly, Droit de la communication, Rz. 1982 ff.
- Die Problematik dieser Norm als u.E. unverhältnismässige Einschränkung der Medienfreiheit wurde zuletzt im Kontext der «Suisse Secrets» diskutiert. Vgl. etwa Zollinger, Die Verwendung von Bankdaten durch Medienschaffende. Eine Änderung wird gegenwärtig von einer Motion der Kommission für Wirtschaft und Abgaben des Nationalrats verlangt (Motion 22.4272 vom 14. November 2022 – Pressefreiheit in Finanzplatzfragen gewährleisten).
- Vgl. Ausführungen zum Chilling Effect oben N. 39.
- Etwa BGer, Urteil vom 12.9.2002, 5P.254/2002, E. 2.1 ff. (noch zum alten Art. 28c ZGB).
- Etwa BGE 147 IV 145 E. 1.3; BGE 141 I 211 E. 3.3.1.2.
- Vgl. etwa BGer, Urteil vom 12.9.2002, 5P.254/2002, E. 2.1 ff. (noch zum alten Art. 28c ZGB).
- Vgl. EGMR Dammann gegen die Schweiz, Nr. 77551/01, 25.4.2006, N. 52.
- Vgl. Harris/O’Boyle/Warbrick, Law of the ECHR, 4. Aufl., S. 618 («Indeed, prior restraints are the most serious threat to the free flow of information and to the meaningful debate among the public.»); Müller/ Schefer, Grundrechte in der Schweiz, S. 354 ff.; vgl. zum Zensurverbot unten N. 76 ff.
- EGMR Cumhuriyet Vakfı u.a. gegen die Türkei, Nr. 28255/07, 8.10.2013, N. 64 ff.
- Botschaft Änderung ZGB (Persönlichkeitsschutz), BBl 1982 II 636, 667 (zur Ratio der Vorgängerbestimmung von Art 28c Abs. 3 ZGB).
- Gegen die Änderungen kam kein Referendum zustande. Die Bestimmung soll auf 1.1.2025 in Kraft treten.
- Voten Bauer Philippe, Hefti Thomas, Rieder Beat, Z’graggen Heidi, Amtl. Bull. SR 2021, S. 684 ff.
- Vgl. u.a. Hürlimann, Unliebsame Medienberichte; Schwaibold, Ein Attentat auf die Medienfreiheit; Masmejan, Vorsorgliche Massnahmen gegen die Medien; vgl. aus der Presse etwa Wattenhofer Reto, Angriff auf die Medienfreiheit? Parlament beschliesst «Maulkorb»-Artikel, Aargauer Zeitung vom 13.5.2022 (https://www.aargauerzeitung.ch/news-service/inland-schweiz/medienfreiheit-angriff-auf-die-medienfreiheit-parlament-beschliesst-maulkorb-artikel-ld.2284661).
- Etwa BGE 131 IV 160 E. 3.3.1.
- Etwa BGE 137 IV 313 E. 2.1.4; schon EGMR Lingens gegen Österreich, Nr. 9815/82, 8.7.1986, N. 43 ff.
- BGer, Urteil vom 7.10.2008, 6B_225/2008, E. 3.1 ff.
- BGer, Urteil vom 7.10.2008, 6B_225/2008, E. 3.4.7; krit. dazu etwa Riklin, «Kassensturz»-Aufnahmen, S. 184 f.
- EGMR Haldimann u.a. gegen die Schweiz, Nr. 21830/09, 24.2.2015, N. 56 ff.
- Vgl. EGMR (Grosse Kammer), Jersild gegen Dänemark, Nr. 15890/89, 23.9.1994, N. 33 ff.
- Müller/Schefer/Zeller, Medienfreiheit, S. 459 ff.
- Vgl. BSK-Zeller, Art. 28 StGB N. 112 ff.
- EGMR (Grosse Kammer), Jersild gegen Dänemark, Nr. 15890/89, 23.9.1994, N. 33 ff. Hervorgehoben wurde vom EGMR auch die Tatsache, dass der Beitrag Teil eines Nachrichtenformats war, welches sich an ein gut informiertes Publikum richtete.
- Das Sachgerechtigkeitsgebot ist nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung verletzt, wenn sich das Publikum aufgrund der Missachtung der journalistischen Sorgfaltspflichten keine eigene Meinung bilden kann (vgl. statt vieler ausführlich BGE 137 I 340, E. 3.1 f.).
- Zur Grundrechtsbindung von Radio- und Fernsehsendungen m.w.Verw. Piolino, Staatsunabhängigkeitsgebot, S. 295 f. und S. 345; zur Geltung der Gebote der Sachgerechtigkeit und Vielfalt im Programm der SRG im Vorfeld von Wahlen und Abstimmungen Cueni, Satire im Vorfeld von Wahlen und Abstimmungen, Rz. 18 ff.
- Vgl. BSK-Zeller/Dumermuth, Art. 93 BV N. 20.
- Botschaft RTVG 2003, BBl 2003 1569, 1676 f.; vgl. zur alten Bestimmung EGMR Verein gegen Tierfabriken Schweiz geegn die Schweiz (Nr. 1), Nr. 24699/94, 28.6.2001.
- Botschaft RTVG 2003, BBl 2003 1569, 1676 f.; ausführlich Capt, Comm LRTV, Art. 10 RTVG N. 96 ff.
- Botschaft RTVG 1987, BBl 1987 II 689, 734 f.; Capt, Comm LRTV, Art. 10 RTVG N. 127 ff. (m.Verw. insb. auch auf die Rechtsprechung des EGMR in diesem Bereich).
- Vgl. zur Schwere inhaltsbezogener Einschränkungen von Äusserungen von gesellschaftlichem Interesse Cueni, Satire, S. 189 (m.w.Verw.).
- EGMR Welsh und Silva Canha gegen Portugal, Nr. 16812/11, 17.9.2013, N. 21 ff.
- Vgl. BGer, Urteil vom 14.4.2014, 5A_553/2012, E. 3.6; BGE 128 IV 53 E. I.A.1a.
- Besonders augenfällig etwa in BGE 137 IV 313 E. 2.1.4 ff.; kritisch Cueni, Satire, S. 243, 278 f., 332 f., 406 ff.
- Vgl. m.w.Verw. Piolino, Staatsunabhängigkeit, S. 402 f.; vgl. in Bezug auf staatliche Verlautbarungsrechte im Rundfunkbereich Dumermuth, Rundfunkrecht, Rz. 106.
- Vgl. im Kontext von Verbreitungspflichten des Service public-Rundfunks Ministerkomitee des Europarats, Empfehlung zur Unabhängigkeit des Service-public-Rundfunks, App., Ziff. VI und ausführlich Erläuterungen, Ziff. 65 ff.
- Vgl. im Kontext von Verbreitungspflichten des Service public-Rundfunks Ministerkomitee des Europarats, Empfehlung zur Unabhängigkeit des Service-public-Rundfunks, App., Ziff. VI und ausführlich Erläuterungen, Ziff. 65 ff; m.w.Verw. Piolino, Staatsunabhängigkeit, S. 402 f.
- Vgl. ausführlich zu den Bekanntmachungspflichten gemäss Art. 8 RTVG Weber, Komm. RTVG, Art. 8 RTVG N. 1 ff. Unter dem Regime des RTVG 1991 war noch die Pflicht zur Verbreitung jeglicher behördlichen Erklärung vorgesehen (krit. diesbezüglich zu Recht etwa Barrelet/Werly, Droit de la Communication, Rz. 741; Dumermuth, Rundfunkrecht, Rz. 110; Masmejan, Comm. LRTV, Art. 8 LRTV N. 2; Weber, Komm. RTVG, Art. 8 RTVG N. 4); vgl. zum Ganzen Piolino, Staatsunabhängigkeit, S. 403.
- Krit. m.Verw.a. die Gesetzesbestimmungen in den Kantonen Waadt und Genf CR-Cottier, Art. 17 Cst. N. 36; weniger kritisch hierzu Barrelet/Werly, Droit de la Communication, Rz. 573 ff.
- Vgl. betreffend eine unterlassene Berichterstattung über zwei Volksmotionen BGer, Urteil vom 5. April 2019, 2C_589/2018, E. 3.3: vgl. für den kulturellen Bereich UBI, Entscheid b.930 vom 15. Dezember 2022.
- Vgl. ausführlich hierzu Kley, Programmzugang; Masmejan, Comm. LRTV, Art. 94 LRTV N. 47 ff.; vgl. auch Piolino, Staatsunabhängigkeit, S. 343. Der Gesetzgeber hat dadurch einen Ausgleich geschaffen zwischen den grundrechtlichen Interessen der Rundfunkveranstalter auf der einen und jenen der Dritten auf der anderen Seite (vgl. Müller, Verwirklichung der Grundrechte, S. 142 f.).
- Vgl. BGE 139 I 306 E. 3.2.2 ff.
- Vgl. ausführlicher hierzu mit Fokus auf die Grundrechtsbindung der SRG Piolino, Staatsunabhängigkeit, S. 344 f.
- Vgl. EGMR SRG/SSR und publisuisse AG gegen die Schweiz, Nr. 41723/14, 22.3.2021.
- BSK-Saxer/Thurnheer, Art. 71 StPO N. 7 ff.; vgl. zu dieser Problematik unter dem alten Recht auch Zeller, Zwischen Vorverurteilung und Justizkritik, S. 350 ff.
- Etwa EGMR Verlagsgruppe News GmbH gegen Österreich (Nr. 2), Nr. 10520/02, 14.12.2006, N. 36 ff.; m.w.Verw. Grabenwarter/Pabel, EMRK, § 23 N. 50.
- Etwa BGE 137 I 8.
- Vgl. etwa BGE 147 IV 297 E. 2.1 ff. (hier allerdings Ausschluss der Öffentlichkeit zum Schutz der öffentlichen Gesundheit bei gleichzeitiger Zulassung von 20 Medienschaffenden zur Garantie der Justizöffentlichkeit, Art. 30 Abs. 3 BV).
- Vgl. mit einer Einordnung solcher Ausschlüsse während der Covid-Pandemie Hänni, Coronavirus und die Medienfreiheit, in: medialex 03/2020 vom 2. April 2020, Rz. 32 f.
- Etwa BGE 143 I 194.
- Etwa BGE 137 I 8.
- Vgl. zur Abgrenzung inhaltsbezogener und inhaltlich neutraler Einschränkungen Cueni, Satire, S. 202 ff. (m.w.Verw.).
- Deshalb kritisch zu Verboten von Bild- und Tonaufzeichnungen ohne Ausnahmen Zeller, Zwischen Vorverurteilung und Justizkritik, S. 356 f.
- Barrelet/Werly, Droit de la communication, Rz. 160.
- Bundesgesetz über Massnahmen zur Wahrung der inneren Sicherheit vom 21.3.1997 (BWIS; SR 120).
- Vgl. BGE 125 II 417 (unter dem sichergestellten Material befanden sich gemäss Urteil auch «Zeitschriften»).
- Grabenwarter/Pabel, EMRK, § 23 N. 18.
- EGMR Halis Dogan gegen die Türkei, Nr. 50693/99, 10.1.2006, N. 24 ff.
- Vgl. EGMR Informationsverein Lentia u.a. gegen Österreich, Nr. 13914/88 u.a., 24.11.1993, N. 32 f. und N. 39; vgl. auch EGMR Demuth gegen die Schweiz, Nr. 38743/97, 5.11.2002, N. 34 f. In den 1990er-Jahren hat der EGMR aufgrund des Wegfalls der Frequenzknappheit das in den Anfängen des Rundfunks verbreitete staatliche Monopol eines einzigen Veranstalters für unverhältnismässig erklärt. So sei die an bestimmte Bedingungen geknüpfte staatliche Vergabe von Bewilligungen oder Konzessionen an verschiedene Veranstalter – wobei im Gegenzug Privilegien wie staatliche Finanzierung und/oder die Nutzung knapper Frequenzen gewährt werden können – das mildere Mittel zur Wahrung der Vielfalt und Ausgewogenheit im Rundfunkbereich (vgl. EGMR Informationsverein Lentia u.a. gegen Österreich, Nr. 13914/88 u.a., 24.11.1993, N. 39); vgl. zum Ganzen Grabenwarter/Pabel, EMRK, § 23 N. 52 f.; Piolino, Staatsunabhängigkeit, S. 97 f.
- Vgl. EGMR 92.9 Hit FM Radio GmbH gegen Österreich (Entscheid über das Eintreten), Nr. 6754/05, 30.9.2010.
- Vgl. hierzu m.w.Verw. Piolino, Staatsunabhängigkeit, S. 158; vgl. zur Unzulässigkeit von Genehmigungspflichten für Presseunternehmen m.w.Verw. Barrelet/Werly, Droit de la Communication, Rz. 129 ff.
- Dem Eingriffsziel der Vielfaltsgewährleistung mass der EGMR besonders für die Schweiz mit ihrer besonderen politischen und kulturellen Struktur als Bundesstaat eine hohe Bedeutung zu. So durfte die Schweiz bei der Vergabe der Rundfunkkonzessionen auch sensible politische Kriterien wie den kulturellen und sprachlichen Pluralismus, die Förderung der Bergregionen und das föderale Gleichgewicht berücksichtigen (vgl. EGMR Demuth gegen die Schweiz, Nr. 38743/97, 5.11.2002, N. 43 f.).
- Vgl. ausführlich Piolino, Staatsunabhängigkeit, S. 102 f. und S. 140 f.; vgl. auch Dumermuth, Revision RTVG, S. 243 ff. und S. 255 f.
- Vgl. Menschenrechtskommissar des Europarats, Media Pluralism, S. 18.
- Vgl. im Kontext von Radio und Fernsehen Bundesrat, Service-public-Bericht, S. 6; Hettich/Schelker, Medien, S. 100; Martenet, Service public, S. 20 f.; vgl. ausführlicher zum Begriff des Service public im schweizerischen Recht Piolino, Staatsunabhängigkeit, S. 124 ff.
- Vgl. für den Rundfunk m.w.Verw. BSK-Zeller/Dumermuth, Art. 93 BV N. 34.
- So muss der Staat auch für die Gewährung staatlicher Privilegien wie z.B. Finanzhilfen die förderwürdige Aufgabe gesetzlich umschreiben, deren Erfüllung beaufsichtigen und die nötigen Mittel bereitstellen (vgl. m.w.H. Piolino, Staatsunabhängigkeit, S. 149 und S. 251 ff.).
- Vgl. für Radio und Fernsehen Müller/Schefer/Zeller, Freie Kommunikation in Radio und Fernsehen, S. 486.
- Vgl. zum Ganzen ausführlich Piolino, Staatsunabhängigkeit, S. 148 ff.
- Dabei erhalten Medien hohe Beträge für das Verbreiten von Inseraten bzw. Werbung staatlicher Stellen, wofür sie im Gegenzug eine den Inserenten wohlwollende Berichterstattung verbreiten (vgl. Lorenz/Pramer/Ebenführer, Werbeausgaben der Regierung: Mit Inseraten Politik machen, Der Standard, 7.10.2021, https://www.derstandard.de/story/2000130237090/werbeausgaben-der-regierung-mit-inseraten-politik-machen, [besucht am 3.7.2022]).
- Vgl. hierzu m.w.Verw. BSK-Waldmann, Art. 35 BV N. 1.
- Vgl. m.w.Verw. Saxer, Öffentlichkeitsinformationen, S. 26 f.; vgl. ausführlich Piolino, Staatsunabhängigkeit, S. 394.
- Ausführlich Piolino, Staatsunabhängigkeit, S. 401 f.
- Aufgrund seines Hauptanwendungsbereichs ist das Zensurverbot lediglich im Rahmen der Medienfreiheit verfassungsrechtlich verankert, doch gilt es als Aspekt des Kerngehalts aller Kommunikationsgrundrechte; vgl. etwa Botschaft BV, S. 161; BGE 138 I 274 E. 2.2 und E. 3.4.1; Biaggini, Art. 16 BV N. 12). A.a. SGK-Errass/Rechsteiner, Art. 17 BV N. 89 f. Im Gegensatz zu anderen Kommunikationsgrundrechten erschöpft sich der Kerngehalt der Medienfreiheit im Zensurverbot.
- Vgl. etwa Biaggini, Art. 17 BV N. 14; Nobel/Weber, Medienrecht, 2. Kap., N. 109; BSK-Zeller/Kiener, Art. 17 BV N. 35; vgl. ausführlich zu den verschiedenen Zensurformen Krüsi, Zensurverbot, S. 91 ff.
- Vgl. aus der Rechtsprechung etwa BGE 138 I 274 E. 2.2.2; vgl. aus der Lehre etwa Barrelet/Werly, Droit de la Communication, Rz. 140; Biaggini, Art. 17 BV N. 16; SGK-Errass/Rechsteiner, Art. 17 BV N. 89; BSK-Hertig, Art. 16 BV N. 41; Kiener/Kälin/Wyttenbach, Grundrechte, § 21, N. 35; Müller/Schefer, Grundrechte in der Schweiz, S. 352 f.; Schefer, Kerngehalte, S. 463 f.; BSK-Zeller/Kiener, Art. 17 BV N. 39; vgl. ausführlich Krüsi, Zensurverbot, S. 255 ff.; Peduzzi, Meinungs- und Medienfreiheit, S. 247 ff.; vgl. aus der deutschen Lehre m.w.Verw. etwa Hoffmann-Riem, Kommunikationsfreiheiten, Rz. 93.
- Vgl. etwa m.w.Verw. Müller/Schefer, Grundrechte in der Schweiz, S. 352; Schefer, Kerngehalte, S. 463; vgl. aus der deutschen Lehre etwa Hoffmann-Riem, Kommunikationsfreiheiten, Rz. 89.
- Vgl. Schefer, Beeinträchtigung, S. 43; Schefer, Kerngehalte, S. 463.
- Vgl. m.w.Ver w. Müller/Schefer, Grundrechte in der Schweiz, S. 352 f.; BSK-Zeller/Kiener, Art. 17 BV N. 39.
- Vgl. Barrelet/Werly, Droit de la communication, Rz. 136; Schefer, Beeinträchtigung, S. 43 und Schefer, Kerngehalte, S. 463 f.
- So auch m.w.Verw. Müller/Schefer, Grundrechte in der Schweiz, S. 354 f.; BSK-Zeller/Kiener, Art. 17 BV N. 40; vgl. Schefer, Kerngehalte, S. 463 f., der auch gewisse präventive Eingriffe im Einzelfall unter das Zensurverbot subsumiert.
- Krit. zur bundesgerichtlichen Praxis im Zusammenhang mit der blossen Glaubhaftmachung einer Persönlichkeitsverletzung gemäss Art. 28c Abs. 1 ZGB Müller/Schefer, Grundrechte in der Schweiz, S. 355 f.; vgl. zur ebenfalls problematischen Gesetzesbestimmung der Sicherstellung, Beschlagnahmung und Einziehung von Propagandamaterial gemäss Art. 13e BWIS Müller/Schefer, Grundrechte in der Schweiz, S. 356.
- So etwa Müller/Schefer, Grundrechte in der Schweiz, S. 355 f.; Schefer, Kerngehalte, S. 465 f.; BSK-Zeller/Kiener, Art. 17 BV N. 41; vgl. aus der deutschen Lehre etwa Hoffmann-Riem, Kommunikationsfreiheiten, Rz. 93; vgl. eingehend m.w.Verw. Krüsi, Zensurverbot, S. 112 ff.
- Vgl. Müller/Schefer, Grundrechte in der Schweiz, S. 354; vgl. aus der deutschen Lehre Hoffmann-Riem, Kommunikationsfreiheiten, Rz. 93.
- Vgl. Art. 14 und Art. 13e Abs. 5 lit. a BWIS und Art. 13 Bundesgesetz über den Nachrichtendienst vom 25.9.2015 (NDG; SR 121).
- Vgl. Art. 30 Abs. 3 Verordnung über Internet-Domains vom 5.11.2014 (VID, SR 784.104.2) und Art. 13e Abs. 5 lit. a BWIS. Erst dies macht die inhaltliche Vorkontrolle problematisch.
- Vgl. Schefer, Kommunikationsgrundrechte, Rz. 101.
- Vgl. zum Ganzen M.w.Verw. Schefer, Kommunikationsgrundrechte, Rz. 102.
- Vgl. ausführlich zu dieser Problematik Schefer/Cueni, Öffentlichkeit im Wandel, S. 53 ff. und S. 67 f.
- Vgl. statt vieler BSK-Waldmann, Art. 35 BV N. 71.
- BSK-Zeller/Kiener, Art. 17 BV N. 37.
- Vgl. EGMR Mosley gegen das Vereinigte Königreich, Nr. 48009/08, 10.5.2011, N. 117; EGMR RTBV gegen Belgien, Nr. 50084/06, 29.3.2011, N. 107 ff.; EGMR Observer and Guardian gegen das Vereinigte Königreich, Nr. 13585/88, 26.11.1991, N. 60; vgl. m.w.Verw. Oster, Media Freedom, S. 130 f.; vgl. auch m.w.Verw. BSK-Zeller/Kiener, Art. 17 BV N. 37.
- Vgl. etwa EGMR Ürper u.a. gegen die Türkei, Nr. 14526/07 u.a., 20.10.2009, N. 42 ff.; Oster, Media Freedom, S. 130.
- Vgl. EGMR Manole a.o. gegen Moldau, Nr. 13936/02, 17.9.2009, N. 107 ff.
- Vgl. zur kantonalen Praxis in den späten 1980er-Jahren, Kinofilme generell einer behördlichen präventiven Bewilligungspflicht zu unterstellen, BGE 120 Ia 190; krit. etwa Müller/Schefer, Grundrechte in der Schweiz, S. 353.
- Vgl. m.w.Verw. CR-Cottier, Art. 17 Cst. N. 36
- BBl 2022 2406.
- Vgl. Art. 6 ff. JSFVG.
- § 10 des Gesetzes über den Jugendschutz bei öffentlichen Filmvorführungen und Trägermedien (JFTG) des Kantons Zürich vom 26.11.2018.
- So auch Schefer, Kommunikationsgrundrechte, Rz. 98.
- Vgl. für Untersuchungshäftlinge etwa BGE 117 Ia 465; m.w.Verw. Kiener/Kälin/Wyttenbach, Grundrechte, § 18, N. 28.
- Vgl. ausführlich zum Schutz von Inhaftierten durch die Kommunikationsgrundrechte Müller/Schefer, Grundrechte in der Schweiz, S. 417 ff.
- Schefer unterscheidet nebst diesen Staatsnotstandssituationen noch zwei weitere Bereiche außerordentlicher Situationen: Massnahmen der inneren Sicherheit (z.B. selbständiges Notverordnungsrecht gestützt auf Art. 185 Abs. 3 BV) und Kriegssituationen (vgl. Schefer, Kerngehalte, S. 157 ff.).
- Vgl. ausführlich zu den Anforderungen der Bundesverfassung an die Derogation von Grundrechten im Notstand Schefer, Kerngehalte, S. 156 ff.
- Der traditionelle Grundrechtsschutz beschränkt sich vorwiegend auf Bedrohungen ausserhalb des Krieges. Bei einem unmittelbar drohenden oder bereits in Gang befindlichen Krieg werden die grundrechtlichen Anliegen in erster Linie vom humanitären Völkerrecht wahrgenommen (Schefer, Kerngehalte, S. 157 f.).
- Vgl. ausführlich Grabenwarter/Pabel, EMRK, § 2 N. 8 ff.
- Vgl. m.w.Verw. Europäische Union, Ukraine Sanktionen gegen die vom Kreml unterstützte Medien Russia Today und Sputnik, Pressemitteilung, 2.3.2022, https://ec.europa.eu/commission/presscorner/detail/de/ip_22_1490 (besucht am 16.5.2022).
- Vgl. auch Schulz, Informationsfreiheit im Ausnahmezustand, in: Legal Tribune Online, 23.4.2022, <https://www.lto.de/recht/hintergruende/h/russia-today-verbot-der-eu-zulaessig-oder-nicht-kompetenzueberschreitung/> (besucht am 16.5.2022).
- Vgl. etwa zum Verbot staatsgefährlicher Propaganda gemäss Art. 275bis StGB und zum Verbot von Diskriminierung und Aufruf zu Hass gemäss Art. 261bis StGB; Mühlemann, Rahmenbedingungen für ein Verbot von Kriegspropaganda in der Schweiz, 28.3.2022, <https://www.vischer.com/know-how/blog/rahmenbedingungen-fuer-ein-verbot-von-kriegspropaganda-in-der-schweiz-39541/> (besucht am 16.5.2022).
- Vgl. statt vieler m.w.Verw. BSK-Waldmann, Art. 35 BV N. 26 f.
- Vgl. Swissinfo, Swisscom und Sunrise nehmen russischen Staatssender aus Programm, 2.3.2022, < https://www.swissinfo.ch/ger/alle-news-in-kuerze/swisscom-und-sunrise-nehmen-russischen-staatssender-aus-programm/47396482> (besucht am 5.6.2023).
- Vgl. ausführlich Piolino, Staatsunabhängigkeit, S. 221 ff.; vgl. für den Rundfunkbereich Peduzzi, Meinungs- und Medienfreiheit, S. 143; m.w.Verw. BSK-Zeller/Dumermuth, Art. 93 BV N. 34; vgl. für das deutsche Rundfunkrecht BVerfGE 90, 60 (88 f.).
- Piolino, Staatsunabhängigkeit, S. 221; vgl. für das deutsche Rundfunkrecht Herrmann/Lausen, Rundfunkrecht, § 5 N. 41.
- Piolino, Staatsunabhängigkeit, S. 222; vgl. Hangartner, Unabhängigkeit, S. 1185; Nobel/Weber, Medienrecht, 2. Kap., N. 173; Peduzzi, Meinungs- und Medienfreiheit, S. 240.
- Piolino, Staatsunabhängigkeit, S. 223; vgl. Schefer, Beeinträchtigung, S. 43; Schefer, Kerngehalte, S. 463.
- Ausführlich Piolino, Staatsunabhängigkeit, S. 226 ff.; vgl. Barrelet, Libertés, Rz. 24 und Rz. 33; Hangartner, Unabhängigkeit, S. 1185; vgl. auch BGE 141 II 182 E. 6.6.
- Ausführlich zum Adressatenkreis des Staatsunabhängigkeitsgebots Piolino, Staatsunabhängigkeit, S. 410 ff.
- Ausführlich Piolino, Staatsunabhängigkeit, S. 285 ff.; vgl. für den Rundfunkbereich etwa BGE 98 Ia 73 E. 3.c.
- Verboten sind insbesondere Vorgaben oder Verbote der Darstellung bestimmter Themen oder Meinungen (sog. Positiv- oder Negativlisten). Ausführlich Piolino, Staatsunabhängigkeit, S. 289 ff.; vgl. für das deutsche Rundfunkrecht Hoffmann-Riem, Regulierung, S. 193.
- Ausführlich Piolino, Staatsunabhängigkeit, S. 298 ff.; vgl. für den Rundfunkbereich etwa BGE 131 II 253 E. 3.4; BGE 98 Ia 73 E. 3.c; BGer, Urteil vom 17.10.1980, in: ZBl 1982, E. 3.a), S. 224; Barrelet/Werly, Droit de la communication, Rz. 831 und Rz. 862; Dumermuth, Rundfunkrecht, Rz. 426; Nobel/Weber, Medienrecht, 8. Kap., N. 163 ff.; vgl. hingegen die gemäss der wohl h.L. verfassungsrechtlich nicht gewährleistete Hochschulautonomie, deren Rahmen Bund und Kantone daher frei bestimmen können (vgl. statt vieler Biaggini, Art. 63a BV N. 12).
- Ausführlich mit Hinweisen auf die deutsche und Schweizer Lehre Piolino, Staatsunabhängigkeit, S. 315 ff.
- Ausführlich Piolino, Staatsunabhängigkeit, S. 321 ff., wo orientiert am deutschen Rundfunkrecht die verfassungsrechtliche Grenze grundsätzlich bei einem Drittel Staatsvertreter gezogen wird (vgl. BVerfGE 136, 9 [37 f.]); vgl. statt vieler in Bezug auf die SRG Dumermuth, Rundfunkrecht, Rz. 246 und Peduzzi, Meinungs- und Medienfreiheit, S. 144, wonach zumindest die Befugnis des Bundesrats, über die Hälfte des strategischen Führungsgremiums der SRG zu wählen bzw. zu genehmigen, verfassungsrechtlich unzulässig wäre; krit. auch gegenüber einem Viertel Staatsvertreter Müller/Schefer/Zeller, Freie Kommunikation in Radio und Fernsehen, S. 492. Letztlich ist allerdings zu relativieren, dass eine zahlenmässige Begrenzung alleine nicht geeignet ist, eine staatliche Beherrschung des strategischen Führungsgremiums wirksam auszuschliessen. Vielmehr ist stets noch das besondere Gewicht der einzelnen Staatsvertreter aufgrund ihrer Stellung und ihres Sachverstands mit zu berücksichtigen (mit Hinweisen auf die deutsche Lehre Piolino, Staatsunabhängigkeit, S. 323).
- Ausführlich Piolino, Staatsunabhängigkeit, S. 328 ff. und in Bezug auf die SRG S. 497 f.; vgl. auch Hettich/Schelker, Medien, S. 126, wonach die SRG (bloss) in die Nähe öffentlicher Unternehmen zu rücken ist.
- Ausführlich Piolino, Staatsunabhängigkeit, S. 346 ff.; vgl. für den Rundfunkbereich Barrelet/Werly, Droit de la communication, Rz. 831.
- Dadurch wird sichergestellt, dass der Staat seine Finanzbeträge nicht an eine bestimmte Art der Aufgabenerfüllung knüpfen kann, sondern lediglich an die Erbringung der z.B. im Leistungsauftrag in zulässiger Art und Weise umschriebenen Leistungen. Ausführlich Piolino, Staatsunabhängigkeit, S. 349 f.; vgl. für das deutsche Rundfunkrecht etwa Herrmann/Lausen, Rundfunkrecht, § 9 N. 35; Jarass, Massenmedien, S. 216 f.
- Ausführlich Piolino, Staatsunabhängigkeit, S. 350 ff. Inwieweit Medien aus dem Staatshaushalt finanziert werden dürfen, ist in der Lehre umstritten (vgl. für den Rundfunkbereich die Zulässigkeit verneinend etwa Dumermuth, Empfangsgebühr, S. 155; die Zulässigkeit nicht per se verneinend Hettich/Schelker, Medien, S. 146 f.; vgl. für das deutsche Rundfunkrecht etwa Herrmann/Lausen, Rundfunkrecht, § 13, N. 42 ff.; Heydt, Rundfunkfinanzierung, S. 599).
- Vgl. m.w.Verw. Piolino, Staatsunabhängigkeit, S. 224; vgl. ausführlich in Bezug auf die staatliche Ausgestaltung der Medienordnung im RTVG Piolino, Staatsunabhängigkeit, S. 443 ff.
- Die restlichen Mitglieder werden von der Delegiertenversammlung und den Regionalgesellschaften der SRG gewählt.
- Vgl. Botschaft RTVG 2003, S. 1612; Rostan, Comm. LRTV, Art. 33 LRTV N. 5; Weber, Komm. RTVG, Art. 33 RTVG N. 4; vgl. ausführlich Piolino, Staatsunabhängigkeit, S. 322 f. und S. 490 ff.; krit. hingegen Müller/Schefer/Zeller, Freie Kommunikation in Radio und Fernsehen, S. 492.
- Ausführlich Piolino, Staatsunabhängigkeit, S. 386 ff.; vgl. auch Barrelet/Werly, Droit de la communication, Rz. 165 ff.; Saxer, Öffentlichkeitsinformationen, S. 21 ff.; vgl. für das deutsche Recht Gersdorf, Staatliche Kommunikationstätigkeit, S. 296 f.
- Ausführlich Piolino, Staatsunabhängigkeit, S. 389 f.; vgl. auch Saxer, Öffentlichkeitsinformationen, S. 26; vgl. für das deutsche Recht Gersdorf, Staatliche Kommunikationstätigkeit, S. 295.
- Vgl. BGE 145 I 1 E. 5.2.2.; Langer, Behördliche Stellungnahmen, S. 198.
- Ausführlich Piolino, Staatsunabhängigkeit, S. 390 f. und S. 394 f. sowie spezifisch betreffend audiovisuelle Angebote S. 397 ff.; vgl. für das deutsche Recht Schürmann, Staatliche Mediennutzung, S. 437. A.M. für den Rundfunkbereich Hettich/Schelker, Medien, S. 124, Fn. 433; a.M. für das deutsche Rundfunkrecht Rauchhaus, Rundfunk und Staat, S. 177 ff. Vgl. zu den Kommunikations- bzw. Informationsgrundsätzen der Kontinuität, Transparenz, Sachlichkeit und Verhältnismässigkeit Botschaft Volkssouveränitätsinitiative, S. 4394.
- Vgl. Piolino, Staatsunabhängigkeit, S. 401 f.
- Schmohl, Redaktionsgeheimnis, S. 4 ff., S. 103; vgl. zur Entstehung Werly, Secret rédactionnel, S. 123 ff.; vgl. oben zum Redaktionsgeheimnis als Teil des sachlichen Schutzbereichs der Medienfreiheit N. 17.
- BSK-Zeller/Kiener, Art. 17 BV N. 44.
- EGMR (Grosse Kammer), Goodwin gegen das Vereinigte Königreich, Nr. 17488/90, 20.3.1996, N. 39; mit einer Übersicht der Rechtsprechung seither etwa EGMR Jecker gegen die Schweiz, Nr. 35449/14, 6.10.2020, N. 30 ff.; EGMR (Grosse Kammer), Big Brother Watch u.a. gegen das Vereinigte Königreich, Nr. 58170/13, 62322/14 und 24960/15, 20.5.2021, N. 442 ff.; vgl. Schmohl, Redaktionsgeheimnis, S. 7 f.; vgl. zum Chilling Effect auch oben N. 39.
- EGMR (Grosse Kammer), Goodwin gegen das Vereinigte Königreich, Nr. 17488/90, 20.3.1996, N. 39; vgl. Schmohl, Redaktionsgeheimnis, S. 8 f.
- EGMR Jecker gegen die Schweiz, Nr. 35449/14, 6.10.2020, N. 30 f.; erstmals in EGMR (Grosse Kammer), Goodwin gegen das Vereinigte Königreich, Nr. 17488/90, 20.3.1996, N. 39; BSK-Zeller/Kiener, Art. 17 BV N. 44.
- Etwa BGE 115 IV 75 E. 3a; vgl. Schmohl, Redaktionsgeheimnis, S. 106 ff.
- EGMR (Grosse Kammer), Goodwin gegen das Vereinigte Königreich, Nr. 17488/90, 20.3.1996.
- BGE 123 IV 236 E. 8a, bb; seither etwa BGE 132 I 181 E. 2.3; BGE 140 IV 108 E. 6.8; vgl. BSK-Zeller/Kiener, Art. 17 BV N. 45; CR-Cottier, Art. 17 Cst. N. 31; Werly, Secret rédactionnel, S. 84 f., S. 168 ff.; vgl. zur Verankerung im damaligen Art. 27a StGB Botschaft Medienstrafrecht, BBl 1996 IV 525 ff.; zuletzt mit einer Kritik zum Quellenschutz im Rahmen von Art. 28a StGB EGMR Jecker gegen die Schweiz, Nr. 35449/14, 6.10.2020, N. 41 f.
- BSK-Zeller/Kiener, Art. 17 BV N. 44.
- Schmohl, Redaktionsgeheimnis, S. 106 ff. Vgl. zum Begriff der journalistischen Quelle EGMR Standard Verlagsgesellschaft GmbH gegen Österreich (Nr. 3), Nr. 39378/15, 10.1.2012, N. 71 (User-Beiträge im online Bereich einer Zeitung nicht als «journalistische» Quellen). Vgl. N. 74 des Urteils zum Chilling Effect auf solche Beiträge, wenn Autoren-Daten offengelegt werden müssen (womit doch ein Eingriff in Art. 10 EMRK vorliegt).
- Etwa EGMR Roemen und Schmit gegen Luxemburg, Nr. 51772/99, 25.2.2003, N. 47; BSK-Zeller/Kiener, Art. 17 BV N. 50; Müller/Schefer/Zeller, Medienfreiheit, S. 473; Schmohl, Redaktionsgeheimnis, S. 76 ff., S. 114 f.
- EGMR Tillack gegen Belgien, Nr. 20477/05, 27.11.2007, N. 60 ff.; vgl. Schmohl, Redaktionsgeheimnis, S. 81 f., S. 115.
- Etwa BGE 123 IV 236 E. 6c; vgl. Schmohl, Redaktionsgeheimnis, S. 237 ff.
- EGMR Financial Times Ltd. u.a. gegen das Vereinigte Königreich, Nr. 821/03, 15.12.2009, N. 56.
- EGMR (Grosse Kammer), Sanoma Uitgevers B.V. gegen die Niederlande, Nr. 38224/03, 14.9.2010, N. 64 ff.
- Vgl. Schmohl, Redaktionsgeheimnis, S. 5, 68 ff., S. 105 f.
- Vgl. m.w.Verw. Müller/Schefer/Zeller, Medienfreiheit, S. 474; Schmohl, Redaktionsgeheimnis, S. 72 ff., S. 111 ff.
- Vgl. SGK-Errass/Rechsteiner, Art. 17 BV N. 102 f.
- Vgl. Schmohl, Redaktionsgeheimnis, S. 221 ff.
- BSK-Zeller/Kiener, Art. 17 BV N. 53 (m.w.Verw.).
- Vgl. auch SGK-Errass/Rechsteiner, Art. 17 BV N. 97.
- BSK-Zeller/Kiener, Art. 17 BV N. 47; SGK-Errass/Rechsteiner, Art. 17 BV N. 99; vgl. zur Frage der Ausdehnung z.B. auf Blogger Schmohl, Redaktionsgeheimnis, S. 66 ff., S. 105.
- Vgl. dazu BSK-Zeller/Kiener, Art. 17 BV N. 52.
- EGMR (Grosse Kammer), Goodwin gegen das Vereinigte Königreich, Nr. 17488/90, 20.3.1996, N. 39; Schmohl, Redaktionsgeheimnis, S. 7 f.; BSK-Zeller/Kiener, Art. 17 BV N. 44.
- BSK-Zeller/Kiener, Art. 17 BV N. 54 (mit dem Hinweis darauf, dass eine Rechtfertigung darin liegen könne, dass «der Staat sonst seine Pflicht zur Abwehr unmittelbarer Gefahr für Leib und Leben Dritter oder anderer hochwertige Rechtsgüter nicht erfüllen könnte). Vgl. als Konkretisierung dieser Anforderung Art. 28a Abs. 2 StGB.
- Vgl. BGE 132 I 181 E. 2.3; EGMR Jecker gegen die Schweiz, Nr. 35449/14, 6.10.2020, N. 36 ff.
- Vgl. BGE 132 I 181 E. 2.3, 4.1; EGMR Jecker gegen die Schweiz, Nr. 35449/14, 6.10.2020, N. 41 f. (mit einer Kritik an der nicht einzelfallbezogenen Lösung des Bundesgerichts im konkreten Fall); SGK-Errass/Rechsteiner, Art. 17 BV N. 104; CR-Cottier, Art. 17 Cst. N. 32.
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