Der Onlinekommentar wurde von Daniel Brugger gegründet und befindet sich zurzeit in der Aufbauphase. Die erste Kommentierung zur Universalversammlung der Aktiengesellschaft, Art. 701 OR, wurde zusammen mit der gesamten Webseite am 13. Mai 2021 veröffentlicht.

Die Idee

Die Geschichte des Onlinekommentars geht mehr als ein Jahrzehnt zurück, nämlich bis ins Jahr 2008. Im Sommer 2008 unterstützte Daniel Brugger als Hilfsassistent Prof. Dr. Willi Fischer an Abfassung eines Kommentar zu Art. 41 ff. OR (erschienen in: Kommentar zum Schweizerischen Obligationenrecht, Jolanta Kren Kostkiewicz / Peter Nobel / Ivo Schwander / Stephan Wolf (Hrsg.), 2. Auflage, Zürich 2009). Bis dahin ging der Jusstudent Daniel Brugger (naiverweise) davon aus, dass juristische Kommentar so viel kosten, weil die Autoren fürstlich entlöhnt werden. Er musste aber feststellen, dass das Autorenhonorar nicht der Hauptantrieb der Kommentatoren ist, sondern in der Regel die Möglichkeit, sich durch eine Kommentierung als Fachmann in einem Rechtsgebiet auszuweisen. Daniel Brugger fand, dass es im Internetzeitalter zusätzlich zu den auf Papier gedruckten Kommentaren auch einen digitalen Kommentar geben müsste. Ein Kommentar, der den Autoren die Sichtbarkeit ihrer Kommentararbeit bietet und zugleich das juristische Fachwissen für den Leser frei zugänglich macht. Die Idee eines über das Internet zugänglichen Kommentars war geboren. Noch am gleichen Tag, 1. Juli 2008, wurde die Domain http://www.onlinekommentar.ch registiert.

Während der Zeit als Gerichtsschreiber am Bezirksgericht Zürich erstellte Daniel Brugger im Jahr 2011 einen ersten Onlinekommentar als Wiki mit der Software Wikidot (so sah das aus), später mit der Software Twiki. Das Wiki-System erlaubte es den Kommentaren, ihren Kommentar selbst direkt auf der Webseite zu bearbeiten und anzupassen. Der Erfolg war leider bescheiden. Es konnten nicht genügend Kommentatoren gefunden werden, geschweige denn Leser der Kommentare. Das Projekt Onlinekommentar wurde pausiert.

Jahre später, Anfangs 2021, während der Covid-Pandemie, bei der vom Bundesrat unter anderem eine Homeofficepflicht angeordnet wurde, dachte sich Daniel Brugger, dass die Zeit reif wäre für einen elektronischen Kommentar. Einen Onlinekommentar, den man von Hause aus abrufen kann, alle Vorteile des Digitalen bietet und für den Leser kostenlos verfügbar ist. Erstellt werden sollte ein Onlinekommentar mit modernem Design und einem angepassten Konzept:

  • Kein Wiki (im Gegensatz zu früheren Versuchen)
  • Open-access, also freie Zugänglichkeit des juristischen Fachwissens
  • Herausgeberschaften und einem peer-review der Kommentare
  • Creative Commons-Lizenzsystem
  • Gemeinnützige, nicht gewinnorientierte Trägerschaft durch einen Verein

Daniel Brugger eröffnete am 9. April 2021 ein WordPresskonto begann ein Webseite für den Onlinekommentar zu erstellen.

Gleichzeitig kommentierte er Art. 701 OR zur Universalversammlung als Anschauungsbeispiel. Rund einen Monat später, am 13. Mai 2021, wurde die Webseite samt Kommentar zu Art. 701 OR veröffentlicht.

Am 17. Mai 2021 machte Daniel Brugger zum ersten Mal auf LinkedIn eine breitere Öffentlichkeit auf den Onlinekommentar aufmerksam. Im Vergleich zu früheren Versuchen mit einem elektronischen Kommentar wurde das neue Konzept des Onlinekommentars sehr gut aufgenommen, und mehrere Kommentatorinnen und Kommentatoren meldeten umgehend Interesse an, einen Kommentar auf dem Onlinekommentar zu verfassen.

Kurz nach der Lancierung der Seite informierte er auch Bundesrichter Christoph Hurni über das Projekt. Dieser war vom Onlinekommentar sofort begeistert und begann umgehend aktiv am Projekt mitzuarbeiten, das kurz darauf richtig in Fahrt kam. Einen Monat nach der Veröffentlichung der Webseite hatte der Onlinekommentar bereits 22 Kommentatorinnen und Kommentatoren sowie zwei Herausgeber, zwei Wochen später schon 36 Kommentatorinnen und Kommentatoren sowie vier Herausgeber.

Seither wurde die Webseite Onlinekommentar über 10’000 besucht und sogar von der Schweizerischen Nationalbibliothek ausgewählt, um im Webarchiv der Schweiz katalogisiert zu werden.

Am 23. Juli 2021 berichtete Sarah Leiendecker sodann in ihrem Podcast über den Onlinekommentar.

Die Trägerschaft

Der Träger des Onlinekommentars ist der Verein Onlinekommentar (Statuten), ein gemeinnütziger Verein nach Schweizer Recht. Mitglieder des Vorstands sind Christoph Hurni, Daniel Hürlimann, Stefan Schlegel, Lukas Müller, Patrick L. Krauskopf sowie Daniel Brugger und seine Frau.